Hallo Hedwig,
ich kenne Fatigue seit 2015. Bei mir war es eine Nachwirkung der Behandlung gegen Brustkrebs. Ich war damals auch völlig platt, habe ständig Dinge vergessen und beim Schreiben waren zwar alle Buchstaben in den Wörtern, aber nix da wo es sein sollte.
Ich war dann auch Studienpatientin in der UK Köln zu dem Thema. Da wurde mir geraten, es mit kurzen intensiven Sporteinheiten zu probieren.
Das hat tatsächlich etwas geholfen.
Seit einiger Zeit ist mein HB-Wert durch das Myelom allerdings auch unterhalb von 11 g/dl. Das merke ich sehr stark. Ich arbeite noch, habe aber tatsächlich ein Bett im Büro stehen. Das nutze ich durchaus täglich, manchmal auch mehrfach.
Wenn das aus Termingründen nicht möglich ist, schlägt die Erschöpfung noch mehrere Tage durch.
Mein Gefühl ist, dass ich am Besten funktioniere, wenn ich mir immer wieder diese Auszeiten nehme und zusätzlich möglichst viel spazieren gehe.
Ich habe mich auch mit dem Thema Achtsamkeit nach John Kabat-Zinn beschäftigt und bin überzeugt, dass es mir hilft mit alldem gelassener umzugehen.
Meinem Mann geht es übrigens ähnlich, der hatte ein Lymphom (Rezidiv) und musste eine autologe Stammzelltransplantation über sich ergehen lassen. Jetzt haben wir auch beide Wortfindungsstörungen durch Fatigue. Das kann auch lustig sein, wenn man gemeinsam nach Begriffen sucht
Ich bin überzeugt, dass es auch bei Dir wieder besser wird und wünsche Dir alles Gute.