Hallo, Karsten,
gegen eine Brücke spricht m.E. auch nichts, wohl aber gegen ein Implantat. Nach einer Gabe von Bisphophonaten ist die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung im Kieferbereich eben dauerhaft erhöht. Und so ein Implantat ist ja eine ziemlich aufwendige Prozedur, die Monate dauert und bei der - so ist es in der Mundhöhle nun mal - nicht die ganze Zeit auf Sterilität geachtet werden kann. Mein Zahnarzt hat mir da eine klare Ansage gemacht - ich habe schon zwei Implantate und liebe die Dinger, aber das nächste Mal, wenn mir ein Zahn ausfällt, ist eine Brücke fällig.
Wenn Du 2011 das letzte Mal Bisphophonate bekommen hast und seitdem, also jetzt über 14 Jahre, ohne durchgekommen bist und das ohne größeren Lochfraß, dann darfst Du - wohlgemerkt, nur nach meiner persönlichen Meinung - froh und dankbar darüber sein, dass Dein MM bisher einen vergleichsweiser leichteren Verlauf genommen hat und wahrscheinlich viele Jahre asymptomatisch war. Liest man Dein Profil, kann man das auch erahnen, Du hast mit ISS 1 begonnen, und wirklich "harte" Therapien waren nach Deinen Stammzelltransplantationen nicht mehr notwendig. Dafür spricht auch Dein OS von 15 Jahren (Chapeau). Aber von welcher Art das eigene MM ist oder wozu es sich entwickeln kann, das kann man sich leider nicht aussuchen - ich habe mit ISS 3 begonnen, und mein MM braucht immer mal wieder alles, was es gibt, um in Schach gehalten zu werden. Und dazu gehören auch regelmäßige Bisphosphonate - sonst kommt es zu einem Rezidiv mit Lochfraß. Und bei mir verschwinden die Osteolysen im CT gar nicht, sondern verbleiben und mineralisieren im besten Fall an den Rändern. Tja, so unterschiedlich ist die MM-Welt...
Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)