Hallo,
mir geht es wie Vielen hier, dass ich zwar alles wissen möchte, aber im Laufe der Krankheit gelernt habe, mich erst aufzuregen, wenn wirklich etwas Unvorhergesehenes eintritt, nicht vorher. Das gelingt mir inzwischen ganz gut. Den Gedanken, dass ich diese wertvolle Zeit, die ich durch die CAR-T-Zelltherapie geschenkt bekam, mit Bangen und Angst verbringe, finde ich unerträglich und einfach dumm. Ich versaue mir doch nicht diese gute Zeit mit Spekulieren, was da kommen könnte.
Dennoch möchte ich wissen, was eintreten kann. Es gelingt mir mittlerweile ziemlich gut, mich dann nicht hineinzusteigern und es von der jetzigen Realität abzukoppeln.
Nach der CAR-T-Zelltherapie hatte ich schon ein paar gravierende Probleme, aber keine, die mir die Freude über den Erfolg der Therapie schmälern hätten können. Ich erlebe starke Gelenkschmerzen, die ich vorher nicht kannte, also bin ich halt bei einem Schmerztherapeuten und komme ganz gut zurecht damit. Dann hatte ich ziemlich zu tun mit dem Cytomegalievirus (CMV), der schon zweimal versuchte, die Netzhaut meines linken Auges zu zerlegen. Die Gefahr ganz schnell zu erblinden ist dabei groß und man bleibt wirklich immer mindestens 10 Tage in einer Universitätsaugenklinik, weil man woanders die Medikamente dagegen gar nicht herbekommt und permanent - mehrmals täglich - untersucht werden muss.
Da zwar der CMV-Befall durchaus als Nebenwirkung bekannt ist (da er bei den Nachsorgeterminen immer mit bestimmt wird, aber der spezielle Befall der Netzhaut wohl nicht so oft vorkommt, konnte mich niemand vorwarnen. Ich hätte gerne vorher gewusst, was da auf mich zukommt, dann hätte ich mir leichter getan, zu akzeptieren, meine wertvolle Zeit jetzt in dieser Augenklinik zu verbummeln.
Erst beim zweiten Mal konnte ich gut damit umgehen, weil ich mir da auch schon der Tragweite bewusst war, wenn ich das Auge verlieren würde. Ich wusste inzwischen auch, dass dieser Virus, gelänge es nicht ihn einzudämmen, auch zu hoher Wahrscheinlichkeit auf das andere Auge übergeht. Es hängt ja auch die Eigenständigkeit dran, Autofahren zu dürfen, auf dem Land unbedingt lebenswichtig, wenn man alleine lebt.
Das nur als Beispiel, dass es gut ist, viel zu wissen und zu kennen, ohne sich verrückt zu machen damit.
Einen schönen Tag euch allen
Doris