Hallo, Mimau,
ich erinnere mich noch gut an die erste Corona-Welle. Ja, da wurde, im Nachhinein betrachtet teilweise heftig überreagiert, und es wurden auch definitiv falsche Entscheidungen getroffen, ich sage nur: Impfpflicht. Aber das zeigte m.E. nur. dass man mit so einer Pandemie überhaupt keine Erfahrung und die Politik mal wieder die notwendige Vorsorge dafür verpennt hatte. Ich habe neulich einen Vortrag von einem Infektiologen gehört, der erklärt hat, es sei schon vor Corona nie die Frage gewesen, ob so ein Virus mal kommt, sondern eher, wann das passieren würde. Gilt so auch noch für die Zukunft.
Es war damals aber eindeutig Gefahr im Verzug, und die Anzahl der Todesfälle stieg immer mehr an. Weltweit sind das einige Millionen, die Zahlen schwanken je nach Quelle, in Deutschland sicher mehrere 100.000. Wobei wir in Europa wohl noch gut weggekommen sind. Hätte man da noch jahrelang einen Impfstoff testen sollen, der in einer ersten Phase schon eine gute Wirksamkeit bewiesen hatte? Ich meine, nein, und wir können dankbar dafür sein, dass die Ausbreitung des Virus doch relativ schnell gestoppt werden konnte.
Es gibt in der Geschichte mit der sogenannten "Spanischen Grippe" ein furchtbares Beispiel für eine unkontrollierte Pandemie. Die erste Infektion mit diesem tödlichen Virus war in den USA, wie man mittlerweile weiß, war es ein mutiertes Vogelgrippe-Virus, dass es geschafft hat, die Artengrenze zu überwinden und einen Farmer zu infizieren. Die Ausbreitung verlief wie ein Flächenbrand. Mit den amerikanischen Soldaten kam das Virus gegen Ende des ersten Weltkriegs nach Europa, die Bilanz (je nach Quelle): geschätzt zwischen 20 und 50 Millionen Tote, auf jeden Fall mehr, als der im erste Weltkrieg an Menschenleben gekostet hat. Nur damals kannte man Viren noch nicht, die sind schlichtweg zu klein, um sie mit den damaligen Mikroskopen sehen zu können. Das Virus hat untypischerweise hauptsächlich die 20-40jährigen umgebracht, und nicht wie üblich als erstes die Kinder und die Alten. Irgendwann brennt natürlich jedes Virus aus, schlichtweg deswegen, weil schon sehr viele Wirte tot sind. Übrig bleiben die, die es schaffen, rechtzeitig eine wirksame Immunantwort zu entwickeln. Ich bin da lieber bei den Überlebenden dabei...
Du hast recht, CAR-T-Zelltherapie und auch bispezifische Antikörper, das ist mit die Zukunft in der MM-Behandlung, vielleicht sogar irgendwann in frühen Therapielinien, und hoffentlich auch für alle, die es brauchen, verfügbar. Aber in dem Bereich kann glücklicherweise mit ruhiger Hand und viel, viel Zeit und Geduld geforscht werden, das geht ja schon viele Jahr so. Und die Ergebnisse können immer wieder diskutiert und den Patienten vermittelt werden. Wie ich vorgestern in der Abendsprechstunde des Uniklinikum Würzburg gelernt habe, stehen dem neuen Nationale Tumor-Centrum (NTC) WERA (Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg) nun jedes Jahr 35 Millionen Euro für die Krebsforschung zur Verfügung, und zwei neue Gebäude für 90 Millionen Euro werden da auch gebaut. Da Würzburg richtig viel MM-Forschung macht, kann das nur gut für uns sein.
Also, lass uns im Gespräch bleiben, auch, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind...
Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)