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07 Apr. 2022 13:03
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Hallo Ma,

gerne möchte ich über meine Studienerfahrungen berichten:

Ich hatte auch an der HD6 Studie teilgenommen und zwar im Arm, die durchgehend Antikörper Elotuzumab verabreicht bekamen. Vor jeder Behandlung musste ich ein paar Fragebögen ausfüllen, musste Angaben über allgemeines Befinden und Reaktionen, wie ich mit Familie, Religion, Sexualtät, Ängste, Schmerzen und Sorgen innerhalb der letzten Woche in einer Skala von 1 - 10 angeben. Außerdem kurze Notizen im Studienheft. Für mich war es ein Vorteil mit Medikamenten behandelt zu werden, die ich so noch nicht erhalten hätte. Revlimid war damals noch nicht zugelassen. Das änderte sich erst im Laufe der Studie. Auch bekam ich Untersuchungen vor, während und nach der Studie, die ich sonst nicht bekommen hätte: Ganzkörper CT, Ganzkörper MRT, Herzecho, Ultraschall Leber und Nieren. Auf die Knochenmarkpunktion nach der HD habe ich verzichtet. Das ist auch kein Problem. Meine Medikation wurde während meiner Therapie "angepasst", d. h. die Revlimidgabe wurde reduziert. Bei Problemen konnte ich mit meinem Arzt sprechen. Die Prophylaxe-Medikamente: Mundspülungen, Cotrim-forte, ASS 100, Aciclovir empfand ich als lästiges Übel. In der Erhaltungstherapie habe ich das Cotrim irgendwann eigenhändig abgesetzt, nachdem ich vermehrt zu Blasenentzündungen neigte. Das Aciclovir hatte ich abgesetzt, nachdem ich Schutz durch die Gürtelrosenimpfung hatte.

Ich für meinen Teil würde jederzeit erneut eine Studie machen.
Vielleicht hatte ich einfach nur Glück?
Vielleicht lag es doch an den Medikamenten?
Vielleicht lag es an der mentalen Unterstützung durch meinen Herzallerliebsten?
Vielleicht lag es am Onkologen, der mir meine Diagnose überbrachte, dass ich felsenfest davon überzeugt war, das dieser Weg der richtige sein wird? (Gut hin und wieder kamen Zweifel auf. aber das ist normal)
Vielleicht lag es am Austausch auf dieser Plattform?
Vielleicht lag es auch an meiner Einstellung?
Vielleicht war es die Kombi aus allem?

Was ich gelernt habe: ich bin nicht alleine. Es gibt Menschen, die mir helfen, wenn ich es zulasse!

Liebe Grüße Katharina

Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag!

Logopädin antwortete auf Patienten mit Studienerfahrung gesucht
05 Apr. 2022 20:56
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Hallo Ma,
auch wenn ich nicht miregal bin, kann ich doch auf deine Frage antworten.
Es wurde auf dem letzten ( oder vorletzten ? ) ash bereits kommuniziert,
dass die Zugabe von Elo keinen Vorteil ergibt gegenüber VRD allein.
Daher gehen die Forschenden jetzt davon aus, dass eine Dreierkombi in
der Induktion ausreicht und ein viertes Medikament keinen Mehrwert mehr erbringt.
Theoretisch kann Elo trotzdem noch irgendwo wirken, aber nachdem, was ich so höre
(im Studienzentrum ) und lese, hält man Elo nicht für den Bringer.
Liebe Grüße
Nicole

05 Apr. 2022 16:23
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Vielen lieben Dank für Eure Rückantworten!

@ Nicole:
Das mit den Begleitmedikamenten finde ich allerdings auch sehr ärgerlich, wie Du es beschreibst. Ich kann zwar verstehen, dass die Patienten möglichst einheitlich behandelt werden sollten, um eine Vergleichbarkeit zu erhalten, aber die Medikamente gegen die "Nebenwirkungen" sollten doch individuell sein.

@ miregal:
Warum gehst Du davon aus, dass Elo nicht wirkt?

LG

05 Apr. 2022 16:05 - 05 Apr. 2022 16:10
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Die starre Behandlung in den Studien hat mich auch gestört. Wollte bereits vor der HD aussteigen, aber es gab keine sinnvolle Erhaltung/Konsolidierung, die die (Privat-)kasse mitgetragen hätte. Darum bin ich noch immer drin, obwohl ich bereits seit 3 Jahren MRD negativ bin bekomme ich weiterhin Antikörper (Elo), die ja anscheinend wirkungslos sind. Andererseits kann ich mich auch nicht beklagen, da eie SCR nach dem ersten Behandlungszyklus hätte ich mit VCD wahrscheinlich nicht gehabt. Im Laufe der Zeit habe ich die Begleitmedikamente entweder abgesetzt oder auf Minimum reduziert, aber das war schon ein Kampf
Letzte Änderung: 05 Apr. 2022 16:10 von miregal.

04 Apr. 2022 19:43
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Hallo
Nach meinem Wissensstand, konnten man damals Revlimid nur über Studien erhalten.

Logopädin antwortete auf Patienten mit Studienerfahrung gesucht
04 Apr. 2022 16:23
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Hallo Ma,
ich habe die gesamte HD6-Studie mitgemacht zwischen 2.2016 und 1.2019.
Drei Jahre geballte Bürokratie!
Dabei waren irgendwelche Fragebögen oder Behandlungsverträge überhaupt nicht das Problem,
sondern das starre Studienkorsett.
Und das erlaubt nur mit "da muss ich erst mal den Oberarzt fragen" eine Abweichung oder auch gar nicht.
Ein Beispiel: Zur besseren Verträglichkeit sah das Studienprotokoll eine Unmenge von Begleitmedikamenten während der
Infusionen vor. U.a. Fenistil, Paracetamol und Dexa, obwohl andere Patienten ohne Studie diese bei den gleichen Infusionen im selben Raum
nicht bekamen. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass diese Meikamente bei guter Verträglichkeut der Infusionen auch weggelassen werden könnten, aber bei Studienpatienten eben nicht, da das die Studie verfälschen würde.
Ein weiteres Problem war eine begleitende Antibiose, die statt aus Cotrim ( wie sonst üblich ) aus einem hochtoxischen Reserveantibiotikum während der Induktion bestand ( über Monate täglich. Meine Hausärztin war total entsetzt ).
Dieses ist inzwischen nahezu vom Markt verschwunden, weil es Bänderrisse verursacht. Es hat einige Wochen gedauert, bis eine von den ständig wechselnden Ärztinnen mich darauf aufmerksam machte, dass ich ihr Bescheid sagen sollte, wenn ich " ein Ziehen an der Ferse" bemerken sollte. Da hatte ich das "Ziehen" aber schon einige Zeit, ohne mir darüber Gedanken zu machen. Daraufhin sollte ich das Medikament durch Cotrim ersetzen. Auf meine Frage, warum man denn ausgerechnet so ein hochtoxisches Antibiotikum für die Studie gewählt habe, meinte die Ärztin, sie wüsste es auch nicht. Bisher hätten alle Studien Cotrim bevorzugt.
Dann sah die Studie eine weitere Konsolidierungsphase nach der HD vor. Auf diese hatte ich einfach keine Lust mehr. Ich war in CR mit negativer MRD und sah keinen Sinn darin, wieder das gleiche Gift wie in der Induktion über weitere Zyklen zu erhalten.
Aber da wäre ich aus der Studie rausgeflogen und hätte in der Luft gehangen.
Also musste ich da durch.
Diese Liste könnte ich noch um einige Punkte verlängern.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass ich als mündige Patientin eher schlecht aufgehoben war in der Studie - zumal sich inzwischen kein Vorteil ergeben hat durch das Zusatzmedikament Elotuzumab ( Empliciti ), was ich erhalten habe.
VRD hätte ich auch ohne Studie erhalten können...Ohne Konsolidierungsquatsch und ohne überflüssige Begleitmedikation.
Liebe Grüße
Nicole