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28 Mai 2020 18:44
  • Marianne
  • 0 Beiträge seit
    31 Juli 2026
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Ihr Lieben alle,

angeregt durch Ma`s Bericht, möchte ich auch was zur jetzigen Situation schreiben:
Meine Lebenslage ist nun eine ganz unterschiedliche zu Deiner,Ma! Ich bin Seniorin und lebe mit meinem Mann zusammen. Angst vor einer Infektion habe ich nicht so sehr. Das liegt sicher an meinem Alter und viel gelebtem Leben. Was mir sehr zu schaffen macht, ist die Kontakteinschränkung zu meinen Kindern und Enkeln. Es war furchtbar, sie nicht in die Arme schließen zu dürfen und hier in der Wohnung isoliert zu sitzen. Aber dieses Kontaktverbot habe ich neulich gelockert, weil es für mich nicht mehr anders zumutbar war.
Ich habe meine 13-jährige Enkelin endlich mal wieder umarmt.
Wir wohnen zum Glück an einem wunderschönen Park mit Teich und Enten. Da halten wir uns oft auf. Das tut der Seele gut.
Ansonsten finde ich jeden Einkauf in der Stadt nervig. Die Maske, das Abstandhalten, die Warteschlange vor diversen Läden: da schicke ich lieber meinen Mann. Den ficht das nicht so an.
Arztbesuche habe ich auch reduziert. Beim Zahnarzt war ich neulich doch mal, weil ich denke, die arbeiten dort eigentlich immer sehr hygienisch. Ein Termin war kein Problem. Anders in der Onkologie. Ich habe das Gefühl, daß die dort auch diverse Auflagen erfüllen müssen und teilweise deshalb auch nicht ganz durchblicken. Aber letztendlich hat alles geklappt: Labor, Rückruf vom Onko und Termin in 2 Wochen.
Augenarzt habe ich auch immer wieder verschoben, weil der einem mit dem Gesicht doch recht nahe kommt. Aber das will ich demnächst auch mal wieder wagen. Das Problem ist, daß uns Corona noch eine ganze Weile begleiten wird. Aber unsere verschiedenen Krankheiten schreiten auch fort. Deshalb will ich bezüglich wichtiger Arzt termine so langsam wieder Normalität wagen.
Ich glaube, die Reparatur eines abgebrochenen Zahn ist kein großer Eingriff auch nicht unter Bisphosphonaten.

Ich wünsche uns allen, daß wir von Corona verschont bleiben, und wir Kraft und Freude nicht verlieren!

Liebe Grüße
Marianne

28 Mai 2020 09:48 - 28 Mai 2020 09:54
  • Mapoli
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Ihr Lieben,

dann fange ich mal mit meinem Erfahrungsbericht an:

ich muss gestehen, dass die Zeit ein Auf und Ab der Gefühle ergeben hat. Noch nie habe ich mich so sicher gefühlt, vor Ansteckungen, da meine Kinder in den Wochen des Lockdowns nicht zur Schule gegangen sind. Das wiederum hat aber auch Sorgen in mir geschürt. Was macht das mit den Kindern? Fehlt Ihnen wichtiger Schulstoff? Klar, es hat wunderbar geklappt, mit den Onlineaufgaben, da hatten wir wirklich Glück mit den Schulen. Was macht es mit den Kindern, Angst zu haben, mich anzustecken, mir Corona ins Haus zu holen? Da merke ich doch, dass es meine Kinder bewegt. Sie würden sich so gerne wieder mit Freunden treffen, zögern aber. Wie weit ist das gesund?

Ich finde, ich darf mich aber glücklich schätzen, wir haben einen großen Garten und das Wetter ist seit Wochen schön. Ich bin ein Glückskind!

Wie ist es mit meiner Gesundheit? Ich befinde mich weiterhin in Erhaltungstherapie mit Revlimid. Ende Juni wird entschieden, ob es dabei bleibt. Mein Kontrolltermin beim niedergelassenen Hämatoonkologen findet erst nach 4, statt nach drei Monaten statt. Das ist aber weniger schlimm, da trotz Corona monatliche Blutkontrollen gemacht werden. In der Praxis fühle ich mich gut geschützt, es gibt Plexiglaswände an der Anmeldung und alle tragen Mundschutz, halten Abstand und endlich wird mit Handschuhen Blut abgenommen ;) . Ich merke aber auch, dass ich selber einen Termin bei der Hausärztin hinauszögere. Ebenso einen Termin beim Nephrologen. Auch der Augenarzt hat Ruhe vor mir, obwohl meine Sehkraft schlechter wird. Ein Zahnarzttermin wurde mir nicht gegeben, trotz abgesplitterte Ecke (ein Olivenkern ist schuld!). Nur bei Schmerzen solle ich kommen. Ist das die richtige Entscheidung bei Bisphosphonattherapie?

Zeit, mal nicht an die Krankheit zu denken, auch etwas Wertvolles! Garten statt Wartezimmer! Unmenge an Schreibkram kann erledigt werden. Ach hätte ich doch Kraft für einen Hausputz ;)

Die Krise hat auch gute Seiten: ich habe endlich geübt, auch zu "skypen"/"zoomen" usw. und finde allmählich Freude daran.

Ich muss gestehen, dass erst jetzt die Angst so langsam bei mir hoch kommt, bedingt durch die Lockerungen. Noch sind die COVID 19 Zahlen niedrig. Ich spiele mit dem Gedanken, ins Freibad zu gehen, wenn es nächste Woche öffnet. Ist das zu mutig? In ein Restaurant würde ich nicht gehen. Wie seht Ihr das? Ansonsten ärgert es mich sehr, dass ich nicht so schön in Ruhe spazieren gehen kann, wie vor Corona. Die Wege bei uns sind deutlich voller, mehr Spaziergänger, mehr Fahrradfahrer. Oft kommen sie mir viel zu nah. Das macht mir Angst. Eben ein Hin und Her der Gefühle.....

Liebe Grüße

Ma
Letzte Änderung: 28 Mai 2020 09:54 von Mapoli. Begründung: Tippfehler

28 Mai 2020 09:29 - 28 Mai 2020 09:41
  • Mapoli
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Liebe Mitpatienten, liebe Angehörige,

wie ist es Euch in der Zeit des Lockdown ergangen? Wie geht es Euch? Wie geht es Euch jetzt mit den Lockerungen? Was macht das mit Euch, mit Euren Ängsten?

Mir ist aufgefallen, dass in den letzten Wochen weniger geschrieben wurde, als ich für eine so belastende Zeit erwartet hätte. Oder kommt es mir nur so vor? Liegt es daran, dass wir einfach weniger zu den Ärzten gehen, die Behandlungen teilweise ausgesetzt, oder verschoben wurden und somit die akuten Fragen weniger werden? Liegt es daran, dass die Existenzängste nun im Vordergrund stehen und die Krankheit "zweitrangig" geworden ist? Oder täuscht mein Eindruck?

Wie ist es Euch mit der Angst um Corona ergangen? Alle haben unterschiedliche Lebensmodelle, manche sind auch alleine zu Hause und nun besonders auch mit den Sorgen alleine. Die Selbsthilfegruppen vor Ort haben über eine längere Zeit keine Treffen angeboten. Manche starten im Juli wieder, wie ich gestern gelesen habe. Vermisst Ihr solche Treffen?

Wie ist es mit Arztterminen? Wurden die verschoben?

Auch fällt mir auf, dass man weniger Berichte von den "alten Hasen" im Forum findet. Gerade jetzt, wo viele mit Sorgen und Nöten zu kämpfen haben, sind Mut machende Berichte derjenigen, die in Remission sind so wertvoll.

Vielleicht habt Ihr Lust, hier etwas dazu zu schreiben.

Liebe Grüße

Ma
Letzte Änderung: 28 Mai 2020 09:41 von Mapoli. Begründung: Tippfehler