Ihr Lieben,
dann fange ich mal mit meinem Erfahrungsbericht an:
ich muss gestehen, dass die Zeit ein Auf und Ab der Gefühle ergeben hat. Noch nie habe ich mich so sicher gefühlt, vor Ansteckungen, da meine Kinder in den Wochen des Lockdowns nicht zur Schule gegangen sind. Das wiederum hat aber auch Sorgen in mir geschürt. Was macht das mit den Kindern? Fehlt Ihnen wichtiger Schulstoff? Klar, es hat wunderbar geklappt, mit den Onlineaufgaben, da hatten wir wirklich Glück mit den Schulen. Was macht es mit den Kindern, Angst zu haben, mich anzustecken, mir Corona ins Haus zu holen? Da merke ich doch, dass es meine Kinder bewegt. Sie würden sich so gerne wieder mit Freunden treffen, zögern aber. Wie weit ist das gesund?
Ich finde, ich darf mich aber glücklich schätzen, wir haben einen großen Garten und das Wetter ist seit Wochen schön. Ich bin ein Glückskind!
Wie ist es mit meiner Gesundheit? Ich befinde mich weiterhin in Erhaltungstherapie mit Revlimid. Ende Juni wird entschieden, ob es dabei bleibt. Mein Kontrolltermin beim niedergelassenen Hämatoonkologen findet erst nach 4, statt nach drei Monaten statt. Das ist aber weniger schlimm, da trotz Corona monatliche Blutkontrollen gemacht werden. In der Praxis fühle ich mich gut geschützt, es gibt Plexiglaswände an der Anmeldung und alle tragen Mundschutz, halten Abstand und endlich wird mit Handschuhen Blut abgenommen

. Ich merke aber auch, dass ich selber einen Termin bei der Hausärztin hinauszögere. Ebenso einen Termin beim Nephrologen. Auch der Augenarzt hat Ruhe vor mir, obwohl meine Sehkraft schlechter wird. Ein Zahnarzttermin wurde mir nicht gegeben, trotz abgesplitterte Ecke (ein Olivenkern ist schuld!). Nur bei Schmerzen solle ich kommen. Ist das die richtige Entscheidung bei Bisphosphonattherapie?
Zeit, mal nicht an die Krankheit zu denken, auch etwas Wertvolles! Garten statt Wartezimmer! Unmenge an Schreibkram kann erledigt werden. Ach hätte ich doch Kraft für einen Hausputz
Die Krise hat auch gute Seiten: ich habe endlich geübt, auch zu "skypen"/"zoomen" usw. und finde allmählich Freude daran.
Ich muss gestehen, dass erst jetzt die Angst so langsam bei mir hoch kommt, bedingt durch die Lockerungen. Noch sind die COVID 19 Zahlen niedrig. Ich spiele mit dem Gedanken, ins Freibad zu gehen, wenn es nächste Woche öffnet. Ist das zu mutig? In ein Restaurant würde ich nicht gehen. Wie seht Ihr das? Ansonsten ärgert es mich sehr, dass ich nicht so schön in Ruhe spazieren gehen kann, wie vor Corona. Die Wege bei uns sind deutlich voller, mehr Spaziergänger, mehr Fahrradfahrer. Oft kommen sie mir viel zu nah. Das macht mir Angst. Eben ein Hin und Her der Gefühle.....
Liebe Grüße
Ma