Liebe Marion, liebe Kundry,
ich habe mich sehr, sehr gefreut über Eure Nachfrage wegen meinem Befinden!
Tja, was soll ich sagen - es nimmt einfach kein Ende mit der Krankheit, der Verzweiflung, den Schmerzen und den Therapien (wobei es ein Glück ist, daß es so gute Behandlungsmethoden gibt) und den daraus resultierenden Nebenwirkungen und der Psycho-Belastung.
Gerade hat für mich wieder eine Daratumumab Monotherapie begonnen - Dexa natürlich dazu. Je älter ich werde desto mehr Nebenwirkungen treten auf. Hoffentlich halte ich durch. Antidepessiva vertrage ich nicht. Gut, daß Du es nehmen kannst, Kundry!
Eine Erhaltungstherapie hatte ich nie.
Ich finde Euch zwei total tapfer. Ich hoffe, daß Ihr Menschen habt, die das alles mit Euch tragen. Ich habe zum Glück noch meinen Mann. Meine erwachsenen Kinder bringen sich leider nicht so ein.
Wir müssen jeden Tag suchen, wo wir ein bißchen Freude finden. Das ist so wichtig - aber manchmal sehr schwer, wenn alles grau in grau erscheint.
Kundry, ein Lebenssinn ist in unserer Situation nicht leicht zu finden. Mir hilft es, jeden Tag einfach zu leben wie er kommt. Apropros Singen: Letzte Nacht, als ich nicht schlafen konnte, bin ich auf den Balkon gegangen und habe laut gesungen. Das war schön. Leider fand sich niemand, der mitgesungen hat.Nur der runde Vollmond stand am Himmel und hat dem Gesang gelauscht.
Weinen tue ich auch oft. Ich fühle mich danach oft erleichtert. Das ist keine Schwäche sondern total normal in unserer Lage.
Das Buch von Cristina Brode habe ich mir heute sofort bestellt. Ich liebe solche hilfreichen Bücher . Danke für den Tipp, Marion.
Ich wünsche Euch viel Kraft, alles Gute für Euer Befinden und immer, immer wieder eine gute Portion Lebensfreude!
Liebe Grüße
Marianne