Hallo Markus,
Hochzeitsreise! Na dann herzlichen Glückwunsch. Nur zu Deiner Beruhigung. Bei mir war anscheinend bei den ersten beiden Knochenmarkspunktionen auch zu wenig vom dem Knochenmarksblut zu entnehmen.
Kurz vor Behandlungsbeginn im November wurde das nochmals wiederholt und hat geklappt. Ergebnis: 11;14-Translokation. Inwieweit dies von Bedeutung ist, konnte mir bislang keiner schlüssig erklären.
Zur Zytogenetik aus dem Blut. Natürlich geht das. Dauert nur viel, viel länger und ist sehr viel aufwendiger. Was hätte man sonst vor der FISH-Analyse gemacht.
So hat man mir das in etwa erklärt:
Im Blut kann man Chromosomen unter normalen Umständen nicht erkennen. Nur während einer bestimmten Phase der Zellteilung werden die Erbträger sichtbar. Daher ist vor einer Untersuchung der Chromosomen in der Regel eine Zellkultur erforderlich. Außerdem müssen die Details der Erbträger erst mit Spezialfärbungen erkennbar gemacht werden. Im Befund steht dann oft "biotopisch gesichert..."
Die molekulare Zytogenetik arbeitet meist mit Zellen aus dem Knochenmark und mit mikroskopischer Methodik. Was sie von der „klassischen“ Zytogenetik abhebt, ist der Einsatz von im Mikroskop aufleuchtenden Markierungen, die mit Hilfe sog. FISH-Sonden (FISH = Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung) auf die Chromosomen aufgebracht werden.
Grüße und gute Reise
Michi
Letzte Änderung: 09 Jan. 2020 16:22 von Müller.