Liebe Margret,
da muss ich jetzt aber mal was dagegen halten:
Margret schrieb: . . . es ist grundsätzlich gut, dass mit Medikamenten Gewinne gemacht werden. Sonst gäbe es ja keinen Anreiz, welche zu entwickeln . . .
Klar - ohne Moos nix los, nur leider ist das nicht das Problem. Die logische Folge dieses Denkens führt nämlich dazu, dass Substanzen, die vielleicht genauso gut und mit weniger Nebenwirkungen helfen könnten, gar nicht in die Forschung kommen, was nicht patentierbar ist, bringt keinen Gewinn. Das ist der Haken an der Geschichte.
Margret schrieb: . . . Ich verstehe deine grundsätzliche Kritik - dass nämlich aus einer klitzekleinen und vagen Erfolgsmeldung ein deutlicher Anstieg des Aktienkurses werden kann . . .
Der Aktienkurs bestimmt die Forschung, das ist eine Erkenntnis, die mich sehr früh schon einfach umgehauen hat. Als ich bei meinen ersten Recherchen zu "neuen" Medikamenten für/gegen das MM die neuesten Meldungen immer erst einmal in Wirtschaftsmagazinen gefunden hatte :evil: wohin führt das denn?
Margret schrieb: . . . Die meisten Menschen hier im Forum wären ohne Medikamente (daraus folgend: Ohne Pharmaindustrie..., ohne das Gewinnstreben der Unternehmen und Börsianer..., ...) bereits tot. Unbehandelt endet das Leben mit MM im Stadium III nämlich im Schnitt nach 6 Monaten . . .
Du erlaubst dass ich kurz und trocken lache . . . kann ich dann den Herrschaften, die meinen Mann beinahe zu Tode gebracht hatten, und weil er heute immer noch an den Folgen dieser Misshandlungen leidet, die große Rechnung machen?
Mein Mann hat Stadium III und wurde mit genau diesem Argument - ich glaube mich zu erinnern, dass da sogar von nur 6 Wochen die Rede war - in diese Übermaßbehandlung getrieben.
Im schulmedizinischen Sinn ist er seit über 3 Jahren "unbehandelt" . . . dass er nun mit einer Fraktur in der Klinik liegt ist bitter, hat aber wahrscheinlich damit zu tun, dass man die ganze Zeit "nur" die schmerzende Wirbelsäule im Blickfeld hatte und dahingehend auch nur kontrolliert hat. Seine Blutwerte waren immer in einem akzeptablen Bereich, und seine Nieren arbeiten auch. Es wäre also alles gut zu ertragen, wenn diese Sch....HD-Chemo nicht gewesen wäre, die auch noch für die Katz war, weil er nie nie nie eine SZT machen wird. Ich weiß gar nicht . . . nach wievielen Jahren räumen die ihren TK-Schrank und kippen die das dann weg?
Nix für ungut

Britta