Hallo Kikki,
achje, da seid ihr ja ganz schön in der Klemme.
ABER: Wir haben ja selbst noch junge Kinder und damals bei Diagnose und Therapie meines Mannes waren sie 2 und 6 Jahre alt. Sie sind zwiar beide geimpft (wir sind grundsätzlich Impfbefürworter) und als die Diagnose stand, haben wir die Grippeimpfung mit dazugenommen (mache ich auch jetzt noch jährlich mit Kind und Kegel).
Trotzdem bringen Kinder, genauso wie Menschenmengen, Krankenhäuser ein erhöhtes Risiko mit sich.
Meinem Mann war das egal, er wollte die Kids um sich haben (die Kids ihn auch und ich hab mich einfach dem Schicksal ergeben, und fand das natürlich alles verständlich).
Ungeimpfte Kinder hatten wir meines Wissens in der Zeit nicht zu Besuch, ich glaub, die hätte ich komplett auch ausgeladen, wenn ich es gewusst hätte.
Grundsätzlich hatten wir den Besuch (von Kindern und anderen) in der Induktions- und Hochdosiszeit und auch noch danach reduziert. Besucher mussten sich alle beim Reinkommen die Hände desinifizieren und wer krank/verschnupft war, war in der Regel von selbst so nett, nicht bei uns aufzutauchen. Mein Mann benutzte oben die Toilette, Gäste unten. Knuddelverbot soweit möglich, sowieso bei Freunden/Besuch.
Bei unseren Kindern konnte ich das natürlich wie gesagt nicht komplett durchsetzen. Und ich bin tauend Tode gestorben, denn sie waren ja in Kiga und Krippe und da ging in der Zeit wie immer etliches rum: Scharlach, Magen-Darm etc. (allerdings keine Impfkrankheiten!! Hatte ich in der Kita noch nie!). Dumm ist ja auch, das man trotz Impfung manchmal noch den Erreger übertragen kann. War eine harte Zeit. Und was ist passiert? Nichts (erkennbares) außer, dass ich ihn knapp 2 Jahre später nach der Hochdosis über eine Gürtelrose mit Windpocken angesteckt habe... Also später die Grundimmunisierung nachholen!!
Grundsätzlich muss man in so einer Situation auf das Verständis des Umfeldes setzen bzw. es auch mal einfach verlangen, entsprechende Regeln einführen.
Klärt eure Kinder über Regeln und Konsequenzen genau auf:
Unabhängig vom Impfstatus gilt: Während der (Induktions und HD) Therapie sollten Opa und Enkel weniger miteinander knuddeln. Es gelten Hygiene-Regeln (Hände Desinfizieren). Wenn der Kleine erkennbar krank ist, oder wenn in Krippe/Kita gerade Krankheitswellen durchgehen, würde ich darum bitten, Besuche zu vermeiden.
Jetzt ist das Kind grundsätzlich nicht geimpft: damit ist es natürlich in mancher Hinsicht ein größerer Risikofaktor:
Grippeimpfung: Betrifft wohl noch die Monate Februar / März (ein bisschen über das RKI informieren), danach sollte die Grippezeit vorbei sein. Kinder schleppen das schell mal mit: Also kein Besuch in dieser Zeit?
Windpockenimpfung (als Beispiel): Hier kann man TROTZ Imfpung die Krankheit mildest bekommen und übertragen. Macht also keinen Unterschied ob geimpft oder nicht geimpft.
Wie das bei Masern/Röteln/Mupms etc aussieht, weiß ich nicht. Vielleicht kann man generell sagen: wenn er ohne Impfung auch nur leichte Anzeichen von Unwohlsein hat (Müde, Schlapp, oder gar leichtes Fieber) lieber in der harten THerapiezeit nicht kommen und abwarten.
Euer Onkologe soll euch auch mit regelmäßigen Aussagen zum Niveau des Immunsystems deines Mannes unterstützen. Die Kommentare der Uni-Klinik klingen ziemlich banal und undurchdacht... Vielleicht können eure Kinder ja mal mit dem Kinderarzt des Enkels das Problem besprechen?
Und: es sollte ja wieder mal anders werden. Oft erholt sich das Immunsystem und dann ist zumindest eine Zeit lang wieder normales Leben angesagt.
Alles Gute für die Hochdosis!
Emi
We don't know how strong we are until being strong is the only choice we have.