Hallo Anette,
ich will versuchen, dir etwas Mut zu machen.
Ich habe hier im Forum geschrieben als mein Mann im Januar 2015 am MM erkrankte, habe hier viele wertvolle Tipps erhalten. Ja, leider hat mein Mann es nicht geschafft. Nach einer autologen Transplantation im Juni 2015 sah es zunächst gut aus, aber sein MM war so aggressiv, dass der Krebs nach 5 Monaten zurück war. Das Jahr 2016 war dann nur noch von seiner furchtbaren Krankheit bestimmt, zum Schluss dann eine Querschnittslähmung und als Todesursache eine Blutvergiftung, das war im Juli 2016.
Für mich brach die Welt zusammen, wir waren 46 Jahre verheiratet, das Leben hatte für mich keinen Sinn mehr. Sohn und Enkelkinder sind weit weg und ich bin wirklich ganz allein. Mein Glück war, dass ich bereits in verschiedenen Vereinen ehrenamtlich arbeitete. Ich schloss mich noch einer Wandergruppe an, da ich mich sehr gern bewege. Alte Freunde blieben zum Teil weg, aber neue Türen haben sich geöffnet.
Jetzt ist mein Heinz fast 1,5 Jahre tot und ich kann wieder lachen, wenn auch die Trauer ab und zu noch vorbei kommt, aber nicht mehr in diesen schlimmen Phasen mit stundenlangem weinen und diesem Gefühl der Ausweglosigkeit. Ich will dir damit nur sagen, es wird besser, ganz langsam, es wird nie wieder wie es war, aber es kann anders schön werden. Den verstorbenen Partner werden wir für immer im Herzen behalten und so nach und nach stellt sich ein Gefühl der Dankbarkeit ein für die schönen, gemeinsamen Jahre.
Da eine von meinen Vorschreiberinnen das Forum "
www.verwitwet.de
" erwähnte, will ich noch sagen, dass mir dieses Forum in der ersten Zeit sehr geholfen hat und dann hatte das Schicksal noch etwas ganz besonderes für mich inpetto, im genannten Forum lernte ich einen Mann kennen, der ein Jahr vor mir seine Frau verloren hat. Unzählige Mails gingen hin und her, irgendwann tauschten wir die Telefonnummern und im Sommer dieses Jahres verbrachten wir einen ersten gemeinsamen Urlaub. Mittlerweile pendeln wir zwischen Sachsen (meine Heimat) und Niedersachsen (die Heimat meines Freundes) hin und her. Dieses Jahr bin ich Weihnachten und Silvester nicht mehr allein. Ich habe nochmal einen Menschen gefunden, der mit mir durch "dick und dünn" geht.
Vielleicht macht dir das ein wenig Mut, die Trauer ist dadurch nicht weg, aber man trägt sie nicht mehr allein, der andere versteht, wovon man redet, weil er ein ähnliches Schicksal hatte.
Ich möchte die Gelegenheit gleichzeitig nutzen, um allen Forumsteilnehmern, die mich noch aus meiner aktiven Zeit kennen, eine schöne Adventszeit, gesegnete Weihnachten und alles Gute für 2018 wünschen.
Für alle am MM Erkrankten hoffe ich auf viele Jahre ohne dieses Sch....krankheit und den Angehörigen wünsche ich ganz viel Kraft.
Liebe Grüße von Bärbel