Lassen wir mal die Kirche im Dorf.
Das Thema HIER ist Fäkaltransplantation.
Bei schweren Durchfallerkrankungen mit Clostridium Bakterien hilft offensichtlich die Stuhltransplantation von gesunden Patienten. Dies geschied durch Sanierung, besser gesagt durch Verdrängung der pathologischen Keime durch physiologische Darmkeime.
Darüber hinaus ist nichts belegt. Gewichtszunahmen, Änderung des diabetischen Metabolismus sind bis dato eher zufällige Beobachtungen, ob da was dran ist werden Studien beweisen müssen. Irgendwelche ambitionierte Mitmenschen sprechen dieser Therapie sogar zu, das es Mundgeruch und Akne beseitigt. Da gehen bei mir die Alarmglocken los - wer soll diesen Mist wirklich glauben?
Anatomie: Die Darmbakterien besiedeln den Darminnenraum, der Zugang zur Außenwelt hat. Die Lymphknoten, ..Immunsystem des Darmes findet man auf der Darmwand sitzend, also im Bauchraum.
Nährstoffe, evtl Krankheitserreger müssen erstmal diese Schranke (Darmwände) passieren, werden kontrolliert und ggf bekämpft/unschädlich gemacht, um dann in den Kreislauf geschleust zu werden. Belaststoffe bleiben im Darmkanal.
Eine durch belastete, geschädigte Darmflora (z.B. durch pathogene Keime, Medikamente, Schadstoffe, "falsche Diät" usw.) hat eine negative Auswirkung auf unser Wohlbefinden. Verschiedenste Symptomatik kennt jeder von uns.
Aber ob die Interaktion so weit geht, das es das Immunsystem saniert, halte ich für übertrieben. Unsere Krebszellen (Plasma/Myelomzellen) nisten im Knochenmark.
Für viele andere Erkrankungen des Darmes bleibt dieses Verfahren wohl eher eine Hoffnung als eine evidenzbasierte Therapie (siehe o.g. Kurzdarmsyndrom bei Kindern).
grüße
bernard
PS:
Zitat von AngelR
"aber der Stuhl und die Bakterien darinnen entstehen nun mal aus der aufgenommenen Nahrung! Und das es keine Wirkung hat, fremden Stuhl einzuführen, stand auch hier im Forum"
Beide Aussagen sind nicht richtig.
- "So richtig begreife ich den Sinn nicht, mit fremden Stuhl."
besagte links von Rudi sind zielführend.