Liebe Katrin,
die Nebenwirkungen scheinen bei den Patienten seeeeeehr unterschiedlich auszufallen, sowohl von der Intensität als auch von der Dauer her.
Die Schmerzen durch die Polyneuropathien müssen schrecklich sein. Wirksamstes spezielles Medikament ist "Lyrica", alle 'normalen' Schmerzmittel versagen zumeist. Bitte eure Ärzte darauf ansprechen, ob das das Richtige für deinen Vater ist. Bitte besonders auf die Nierenwerte achten, da Lyrica über die Niere verarbeitet wird. Meinem Mann hat es deutliche Erleichterung gebracht. Hier ein link zur ersten Information:
www.dr-gumpert.de/html/lyrica.html
Zu den Geschmacksveränderungen: Die können u.U. noch sehr lange anhalten... leider. Mal schmeckt alles salzig, dann nach Seife oder nach Metall. Oft hat der Patient großen Appetit auf etwas Bestimmtes und wenn man es dann eingekauft und liebevoll gekocht hat, kommt ein Kopfschütteln "das kann ich nicht essen." Peng. :bang: Diese Situationen erfordern viel gegenseitiges Verständnis und Geduld... Mit der Zeit wird es damit aber zumindest besser, so meine Erfahrung. In den Broschüren, z.B. "Blaue Ratgeber" der Krebshilfe, wird ausführlich auf diese Themen eingegangen und Tipps gegeben. Vielleicht schaust du mal rein:
www.myelom.org/literatur.html
Generell hat auch die psychische Verfassung Einfluss darauf, wie stark und belastend die Nebenwirkungen wahrgenommen werden. Manchmal hilft schon etwas Ablenkung, leichte körperliche Bewegung, je nach Möglichkeiten, ein gutes Gespräch und gemeinsames Lachen. Du kennst deinen Vater am besten und wirst wissen, was ihm gut tut, ihm Freude macht, ihn interessiert. Wenn die Seelenlage besser wird, reduzieren sich auch die Nebenwirkungen. Man muss "der Seele auf die Sprünge helfen", was eine schwierige Aufgabe für uns Angehörige ist...
Alles Liebe Euch,
Margret
P.S.: Fällt mir eben noch ein: Es ist für die Seelenlage hilfreich, den "armen" Patienten nicht zu viel zu bedauern, nicht mit ihm gemeinsam ins Jammern zu verfallen "ach, es ist ja alles so schrecklich...". Du verstehst sicher, wie ich das meine.