Hallo Gast,
die autologe Stammzelltransplantation als Einzel- oder Tandemtransplantation gehört mit zur Standardtherapie beim Multiplen Myelom. Deine Mutter wird erst eine Mobilisierungschemotherapie erhalten und in den folgenden Tagen Wachstumsfaktoren verabreicht bekommen. Dadurch werden vermehrt Stammzellen gebildet, die dann vom Knochenmark ins Blut ausgeschwemmt werden. Dort werden sie in einer Apherese wie bei einer Dialyse aus dem Blut gefiltert, danach konserviert und aufbewahrt. Wenn die Stammzellmobilisierung gut klappt, sollte sie darauf drängen, dass für drei Transplantationen gesammelt wird. Die Zellen werden kryokonserviert und sind lange (10 Jahre?) haltbar. Nach dieser ganzen Prozedur wird man nur noch sehr schwer für eine eventuell später notwendige Transplantation Zellen sammeln können.
Bald darauf wird sie die Hochdosischemotherapie bekommen. In der Regel über zwei bis drei Tage, dann einen Tag Pause, bis die Zellen mittels einer ,Spritze' langsam in die Vene zurückgeführt werden.
Ja, sie wird die Haare verlieren. Vielleicht könnte sie sich bereits im Vorfeld eine Perücke anfertigen lassen. Meines Wissens übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Perücke.
Nach der Hochdosischemo kann es ihr einige Zeit etwas schlecht gehen. Viele klagen über Appetitlosigkeit bis hin zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme, Erbrechen, Probleme mit der Mundschleimhaut, Durchfall, Fieber. Manche Patienten gehen aber auch relativ reibungslos durch diese Therapie.
Das eigentliche Ziel der Behandlung ist mit der Hochdosistherapie bestmöglich alle Myelomzellen zu zerstören. Da nach dieser Hochdosischemo kaum noch Blutbildung möglich ist, müssen dann die vorher geernteten Stammzellen zurückgeführt werden. Es dauert einige Tage, bis diese anwachsen. Während dieser Zeit ist Deine Mutter in der Aplasie. Die Leukozyten sind ganz unten und sie hat quasi kein Immunsystem. Deshalb wird sie keimarmes Essen bekommen und sollte generell mit so wenig Keimen wie möglich konfrontiert werden.
Je nachdem wie gut das Ergebnis ist, wird diese Behandlung nach einigen Wochen nochmal wiederholt.
Auch nach der Entlassung kann Deine Mutter wahrscheinlich noch etwas erschöpft sein. Durch anfangs kurze Spaziergänge wird sie sich von Woche zu Woche erholen. Ich glaube mein Mann war nach ca. drei Monaten wieder halbwegs belastbar, aber auch das ist sehr individuell.
Sehr gute Erfahrungsberichte findest Du in diesem Forum, wenn Du in der linken Spalte auf Therapien < Erfahrungsberichte (Betroffene) klickst. Geh das mal in Ruhe durch, da sind einige gute Tagebücher, wo speziell auch über die Zeit der autologen Transplantation berichtet wird.
Nach der Therapie kann sie eine lange therapiefreie Zeit haben und in einigen Jahren werden die Möglichkeiten vielleicht noch viel besser sein. Ich wünsche Deiner Mutter alles Gute für die Behandlung und Dir viel Kraft, sie zu begleiten.
LGe
Monika