Dies ist eine Antwort zu diesem Thema, verfasst von "KretaKater" am 17. April 2009 um 16:11 Uhr. Die Antwort bezieht sich auf den Beitrag von "muckel" geschrieben am 17. April 2009 um 15:06 Uhr.
Hallo nochmal . . .
um Deine letzte Frage gleich zu beantworten: NEIN - eine Klinik wo man sich BEDENKENLOS behandeln lassen kann, die muss wohl erst noch geplant werden. Ich hab hier keine Smilies, um meiner Ironie Ausdruck zu verleihen
Also bedenkenlos sollte man sich sowieso in keine Klinik begeben. Und nach unseren negativen Erfahrungen in gleich 2 Unikliniken in München, denke ich auch nicht, dass das nun reiner Zufall war oder Schicksal oder sowas. Trotzdem gibt es ja immer noch Menschen, die sich da gut aufgehoben fühlen. Ich hab das als extreme Einzelerfahrung abgehakt und bin seither auf der Hut.
Mein Mann befindet sich seit März 2007 in privatärztlicher Behandlung, einmal bei einer onkologischen Praxisgemeinschaft, die glücklicherweise mit Prof. Emmerich auch einen ausgewiesenen Spezialisten auf dem Gebiet MM mit im Boot haben, aber auch bei einem anthroposophischen Arzt, der natürlich einen ganz anderen Therapieansatz verfolgt. Bei diesem läuft seit einem Jahr jetzt ausschließlich die Behandlung, ab und an unterstützt von einem Heilpraktiker. Es geht um Entgiftung, aber in erster Linie um eine Therapie, die das eigene Immunsystem wieder auf Zack bringt. Bis jetzt sehr erfolgreich.
Es ist ganz schwer Ratschläge zu geben, denn jeder Fall liegt anders. Bei meinem Mann wurde nach der Erstdiagnose im Sommer 2006 ungeheuer viel Druck aufgebaut, weil er Grad IIIA hat und auch noch als Hochrisikopatient eingestuft worden ist wegen der Chromosomendeletion (q13). Naja . . . und außerdem unter 60, keine organischen Erkrankungen . . . also das geborene Versuchskaninchen für eine Studie

)
Heute sehen wir das wesentlich gelassener. Und immerhin lebt mein Mann ganz gut auch ohne Chemo. Die Werte haben sich seit der CR zwar wieder etwas "verschlechtert", aber doch wesentlich langsamer als gedacht. Wenn ich an die ersten Gespräche noch zurückdenke, wo man ihm eine Tandem-SZT andrehen wollte, dann finde ich es doch recht erstaunlich, dass es so gut "ohne" geht.
Das Programm heißt "Watch & Wait" oder wie man hier in Bayern sagt: schaumermaldannsehnmerscho . . . verbunden mit der Hoffnung, wenn es ganz schlimm kommt, neue Medikamente und Behandlungsoptionen zu haben. Immerhin wird in diesem Bereich heftigst geforscht. Und ganz abgewendet hat sich mein Mann noch nicht von der Schulmedizin. Aber vorher schöpfen wir alle anderen Möglichkeiten aus. Und da gibt es noch einiges.
Ich hoffe ich kann Dir ein bisschen Mut machen, auch wenn ich nicht weiß wie es nun genau um Deinen Mann bestellt ist, was schon alles vorab gelaufen ist usw.
Aber glaub mir, auch wenn dieses Urteil "unheilbar" erst so schrecklich daher gekommt, das MM ist behandelbar, es gibt genug Menschen, die gut damit leben können. Elementar dabei ist, selber die Oberhand zu behalten. Das solltet ihr nie vergessen, auch wenn es manchmal sehr schwer fällt, entscheidet immer selbst. Voraussetzung dafür ist ein gewisses Maß an Kompetenz in eigener Sache zu erwerben. Das ist anstrengend - manchmal - aber es lohnt sich!
Liebe Grüße
Britta
Vielleicht für Dich noch eine andere Anlaufstelle um "unabhängige" Informationen zu bekommen:
Klinik für Tumorbiologie Freiburg