Soweit ich weiss, wird eine MRD (10-5 oder 10-6) Bestimmung in DE nur im Rahmen von Studien gemacht, da es ein (erster) primärer Endpunkt einer Studie darstellt und zulässt das progressionsfreie Überleben (PFS) und/oder gesamtüberleben (OS) zu prognostizieren.
Das heißt, dass bei Patienten, die nicht im Rahmen einer Studie behandelt werden, keine MRD Bestimmung gemacht wird. Es wird die Remissionstiefe, also den Erfolg der Behandlung anhand der Laborwerte und ggf. eine KMP bestimmt, mit einer Präzision von höchstens 10-3 oder 10-4, was nicht wirklich eine MRD Bestimmung entspricht.
Eine MRD Bestimmung bei MM ist nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen, auch nicht der Privaten. Es ist leider auch nicht günstig. Es wurde im letzten Barcamp, oder vielleicht war es im Online Myelomforum der Uni Würzburg, da bin ich mir nicht sicher, ausführlich diskutiert. Eine MRD Positivität hat derzeit (noch) keinen Einfluss auf eine Therapieentscheidung und ist deswegen für die Krankenkassen keine Bedingung und würde in deren Augen „unnötigerweise“ Kosten generieren.
Das würde sich ändern, wenn bestimmte Behandlungen, z.B. eine sehr teure Erhaltungstherapie, nur für Patienten mit MRD Positivität zugelassen werden.
Auch ein PET CT ist in Deutschland kein Bestandteil der Standarddiagnostik und wir nur in bestimmten, begründeten Fälle, z.B. Verdacht auf extramedullären Herde, bezahlt.
Stattdessen wird ein low-dose Ganzkörper CT oder MRT gemacht.
@Bettina: auch eine 10-4 negativität entspricht eine sehr gute CR, besser als viele anderen Patienten!
Nur wenn auch der M-Gradient oder die Leichtketten ausserhalb von den Normalwerten steigen würde man ggf. über eine neue Behandlung nachdenken.
Alles Gute!
Liebe Grüße
Ibi