Hallo zusammen!
Ich wollte gerne mal wissen, ob jemand mit Teclistamab Erfahrungen hat und wenn ja, welche.
Gruss, Stefan
Teclistamab ist eine ziemlich neue Form der Immuntherapie, die vor allem bei multiplem Myelom eingesetzt wird, wenn andere Behandlungen nicht mehr richtig wirken. Es gehört zu den sogenannten bispezifischen Antikörpern. Vereinfacht gesagt bringt es deine eigenen T-Zellen dazu, gezielt die Myelomzellen anzugreifen, indem es beide miteinander „verbindet“.
Was man aus Studien und aus der Praxis weiß: Bei vielen Patienten wirkt das Medikament tatsächlich überraschend gut, vor allem wenn schon viele andere Therapien vorher versagt haben. In großen Studien lag die Ansprechrate bei ungefähr zwei Dritteln der Patienten. Das heißt nicht, dass alle geheilt werden, aber bei vielen geht die Krankheit deutlich zurück, manchmal auch für viele Monate.
Die Kehrseite sind die Nebenwirkungen. Sehr häufig kommt es am Anfang zu einer sogenannten Zytokin-Freisetzungsreaktion. Das fühlt sich oft an wie eine starke Grippe: Fieber, Schüttelfrost, Blutdruckabfall, Müdigkeit. Deshalb bekommen die meisten Patienten die ersten Dosen im Krankenhaus unter Überwachung. Bei vielen lässt das nach den ersten ein oder zwei Gaben deutlich nach, aber in dieser Anfangsphase kann es unangenehm sein.
Ein weiteres großes Thema sind Infektionen. Weil das Immunsystem stark beeinflusst wird, sind Patienten anfälliger für bakterielle und virale Infekte. Viele bekommen deshalb vorbeugend Antibiotika, antivirale Mittel oder Immunglobuline. Auch Blutwerte wie weiße Blutkörperchen oder rote Blutkörperchen können absinken, was wiederum Müdigkeit oder Infektanfälligkeit verstärken kann.
Von Patienten hört man sehr unterschiedliche Erfahrungen. Einige sagen, dass sie nach einer harten Startphase relativ gut mit der Therapie leben konnten und die Krankheit deutlich gebremst wurde. Andere berichten von anhaltender Erschöpfung, wiederkehrenden Infekten oder dass die Wirkung bei ihnen leider nicht lange angehalten hat. Das hängt stark vom individuellen Krankheitsverlauf und vom allgemeinen Zustand ab.
Unterm Strich gilt Teclistamab als eine der wirksameren neuen Optionen für stark vorbehandelte Myelom-Patienten, aber es ist keine „leichte“ Therapie. Sie kann viel bringen, verlangt dem Körper aber auch einiges ab, vor allem am Anfang. Für eine persönliche Entscheidung ist es wichtig, das ganz konkret mit den behandelnden Hämatologen zu besprechen, weil sie am besten einschätzen können, wie groß der Nutzen und wie hoch die Risiken im eigenen Fall sind.