Zu den Statistiken: Traue ihnen nicht, wenn du sie nicht selbst gefälscht hast.
Ein uralter Spruch, der aber im Kern ein Fünkchen Wahrheit enthält. Man kann die Rahmenbedingungen so setzen, dass das gewünschte Ergebnis besser herauskommt. In Deutschland wird von führenden Myelomspezialisten die ASZT weiterhin befürwortet, es gibt aber immer wieder Studien, die das Gegenteil herausstellen wollen, v.a. in USA. Was heißt das zur konkreten Frage?
Bezieht man nur die während der Therapie MRD negativen Patienten ein, ergibt sich eine höhere mittlere rezidivfreie Zeit in der Statistik. Möglicherweise wiegt ein Restrisiko ohne ASZT durch mehr verbeleibende Krebszellen , die mit heutigen MRD Methoden nicht mehr nachweisbar sind, weniger im Gesamtüberleben aus wie die Nebenwirkung der ASZT, durch bioloisches Altern der Rosskur(en) und ständige rImmununterdrückung. Bezieht man Risikofaktoren und Staging mit ein, wird das Gesamtüberleben statistisch sinken zu reinem Standarrisiko/stage 1 only...
2. Die Überlebenszeiten sind statistisch berechnet, anhand der ersten Rückfälle während der Beobachtungszeit, also je nach Randbedingung der Statistik kann es so oder so aussehen. Wichtig ist hier immer die statistische Relevanz mitzuberücksichtigen, also wie wahrscheinlich das extrapolierte Ergebnis ausfällt
Ein körperlich fitter Patient kann eine Rosskur wie eine doppelte ASZT oder sogar Fremdzellenspende besser überstehen wie ein geschwächter. älterer Patient. Deshalb gibt es ja für diese Patienten Behandlungen ohne ASZT. Man muss also für sich selbst abwägen, zu welcher Statistikgruppe man sich zählt und dann das entsprechende Programm wählen. Oder man vertraut seinem Hämatologen, der das notwendige Fachwissen aus eigener Erfahrung hat.
Zusammenfassend kann man sagen, dass moderne 4-fach Induktionen den Break even Point herabsetzen, ab der sich eine Trnsplantation oder sogar eine doppelte nicht mehr lohnt, weil die Risiken dann einfach höher sind für Komplikationen
Letzte Änderung: 24 Nov. 2025 08:56 von miregal.