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24 Nov. 2025 13:52
  • Ibi
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    17 März 2025
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Hallo Miregal,
ich glaube zwar nicht, dass Statistiken in diesen Studien gefälscht werden, dafür ist die Kontrolle zu groß, aber du hast recht je nachdem wo der Fokus liegt, kann die Interpretation variieren.
Da das Myelom so unterschiedlich verläuft, kann man letztendlich auch schwer vorhersagen wie ein Patient auf eine Behandlung reagiert. Weder auf sie ASZT noch auf die 4-fach Behandlung, die auch sehr schwere Nebenwirkungen haben kann. Die einen marschieren da einfach durch und sagen „alles gut machbar“ und die anderen haben Monate danach immer noch große Probleme, bei scheinbar gleiche Voraussetzungen.
Da viele dieser Voraussetzungen einfach unbekannt und nicht in den Risikoprofilen betrachtet werden, weiss man auch nicht inwiefern die Statistiken davon beeinflusst werden.

Du hast auch recht, dass bei älteren und/oder geschwächten Patienten keine ASZT durchgeführt wird, dafür bekommen sie aber eine dauerhafte Behandlung bis zum Progress. Das muss man auch wollen.
Es ist auch so, dass so gut wie jede Behandlung besser vertragen wird wenn man fit und gesund ist. Man muss also auch das aktuelle Alter betrachten und ob, wenn es in z.B. 10 Jahren neue (bessere) Behandlungsmethoden gibt, man diese Behandlung dann noch gut verträgt und ob es da dann keine potenzielle Langzeitschäden gibt (die sieht man dann erst nochmal weitere 10 Jahre später).

Eine vergleichende Studie mit einem Arm, wo man bewusst Patienten die geltende Standardbehandlung nicht gibt, wird es wahrscheinlich aus ethischen Gründen nicht geben.
Ausserdem muss man für eine Zulassungsstudie immer gegen eine dann gültige Standardbehandlung testen.

Es muss letztendlich jeder selber entscheiden welche Behandlung er möchte und ob er sich eine statistische Chance zutraut oder nicht. Sicher kommt es sehr viel auf das Vertrauen zum Arzt an, aber diese sehr schwierige Entscheidung kann einem leider keinen abnehmen. Es gibt das (auf Neudeutsch) SDM (shared decision making), das eine offene, transparente und vertrauensvolle Kommunikation mit dem Arzt voraussetzt. Ist wohl aber auch nicht jedermanns Sache.

Ich wünsche allen, egal mit welcher Behandlung, eine möglichst lange Remission!

Liebe Grüße
Ibi

24 Nov. 2025 08:48 - 24 Nov. 2025 08:56
  • miregal
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    17 Mai 2019
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Zu den Statistiken: Traue ihnen nicht, wenn du sie nicht selbst gefälscht hast.
Ein uralter Spruch, der aber im Kern ein Fünkchen Wahrheit enthält. Man kann die Rahmenbedingungen so setzen, dass das gewünschte Ergebnis besser herauskommt. In Deutschland wird von führenden Myelomspezialisten die ASZT weiterhin befürwortet, es gibt aber immer wieder Studien, die das Gegenteil herausstellen wollen, v.a. in USA. Was heißt das zur konkreten Frage?
Bezieht man nur die während der Therapie MRD negativen Patienten ein, ergibt sich eine höhere mittlere rezidivfreie Zeit in der Statistik. Möglicherweise wiegt ein Restrisiko ohne ASZT durch mehr verbeleibende Krebszellen , die mit heutigen MRD Methoden nicht mehr nachweisbar sind, weniger im Gesamtüberleben aus wie die Nebenwirkung der ASZT, durch bioloisches Altern der Rosskur(en) und ständige rImmununterdrückung. Bezieht man Risikofaktoren und Staging mit ein, wird das Gesamtüberleben statistisch sinken zu reinem Standarrisiko/stage 1 only...
2. Die Überlebenszeiten sind statistisch berechnet, anhand der ersten Rückfälle während der Beobachtungszeit, also je nach Randbedingung der Statistik kann es so oder so aussehen. Wichtig ist hier immer die statistische Relevanz mitzuberücksichtigen, also wie wahrscheinlich das extrapolierte Ergebnis ausfällt
Ein körperlich fitter Patient kann eine Rosskur wie eine doppelte ASZT oder sogar Fremdzellenspende besser überstehen wie ein geschwächter. älterer Patient. Deshalb gibt es ja für diese Patienten Behandlungen ohne ASZT. Man muss also für sich selbst abwägen, zu welcher Statistikgruppe man sich zählt und dann das entsprechende Programm wählen. Oder man vertraut seinem Hämatologen, der das notwendige Fachwissen aus eigener Erfahrung hat.
Zusammenfassend kann man sagen, dass moderne 4-fach Induktionen den Break even Point herabsetzen, ab der sich eine Trnsplantation oder sogar eine doppelte nicht mehr lohnt, weil die Risiken dann einfach höher sind für Komplikationen
Letzte Änderung: 24 Nov. 2025 08:56 von miregal.

23 Nov. 2025 22:03 - 23 Nov. 2025 22:14
  • Henriko705
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    31 Mai 2022
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Jo, wenn das aktuelle Video online ist, wird sicherlich klarer was er hierzu gesagt hat , bzw.was da gestern "neues" zu den 17 Jahren gesagt wurde.

Diese "17 Jahre" oder 205 Monate konnte ich zumindest in unterschiedlichen Zusammenhängen finden Dabei geht es einmal um PFS (progressionsfreies Überleben) und einmal um OS (Gesamtüberleben) wenn ich das richtig verstehe.

In einem älteren Video vom Digitalen Myelom-Forum 2023 findet sich bei Minute 2:58 eine 17-Jahres-Angabe im Zusammenhang vermutlich mit der Landmark-Studie und dem Gesamtüberleben (OS) von Patientinnen und Patienten, die früh transplantiert wurden und gut angesprochen haben. Das Video findet sich hier:
youtu.be/E2WIFO6wSaA?si=tK-vFYvoFTXOqXsh

Und die 17 Jahre bzw. 205 Monate finden sich in der PERSEUS-Studie : Dort wird für transplantationsfähige Patientinnen und Patienten unter D-VRd plus Hochdosistherapie, Stammzelltransplantation und Erhaltung ein modelliertes PFS von etwa 205 Monaten (ungefähr 17 Jahren) angegeben. Hier der Artikel:
" www.ajmc.com/view/-exceptionally-long-pf...ter-sonneveld-md-phd "
Letzte Änderung: 23 Nov. 2025 22:14 von Henriko705.

23 Nov. 2025 18:35 - 23 Nov. 2025 18:36
  • Mapoli
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    18 Juni 2011
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Er hat erwähnt, mit SZT ca. 17,5 Jahre, ohne ca. 8 Jahre. Ich habe nicht notiert, um welche Studie es ging. Vielleicht Realworld Daten.
Allerdings sollte man die Aussage nicht aus dem Kontext gerissen betrachten und das Video noch mal anhören, wenn es dann freigeschaltet wird.
Vielleicht wäre das auch eine gute Frage morgen beim Barcamp für diejenigen, die Teilnehmen.

LG
Ma
Letzte Änderung: 23 Nov. 2025 18:36 von Mapoli.

23 Nov. 2025 16:50
  • Henriko705
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hatte mich nur auf die von Prof. Einsele genannten Zahlen bezogen. Die ca 205 Monate (ca 17 Jahre) haben meiner Meinung nach Bezug zur PERSEUS-Studie, und ich meine, dass Prof. Einsele diese Zahlen in den vergangenen digitalen Myelom-Foren (u. a. auch letztes und vorletztes Jahr) in diesem Zusammenhang bereits erwähnt hat. Mehr wollte ich damit nicht aussagen.

23 Nov. 2025 16:01
  • Maria
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    19 Februar 2024
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Danke an Ibi und Henriko705 für eure Infos.

Leider wird bei dem Vergleich mit und ohne ASZT nicht gesagt, wie die Lebensqualität ist inkl. der vielen Monate während und nach der ASZT, wie viel Prozent nach wie vielen Jahren ein Rezidiv haben, wie viel Prozent einen Zweittumor bekommen. Die Zahlen 100 versus 200 + Monate sind natürlich erst einmal bestechend toll. Das progessionsfreie Überleben ist das eine.
Und wer weiß, welche tollen Therapien es in 100 Monaten gibt, falls (!) dann ein Rezidiv auftaucht?

Meine Frage an euch: Sind denn nicht die AUssagen von Prof. Einsele und der MIDAS Studie sehr unterschiedlich, oder verstehe ich das falsch?
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39841461/
In der MIDAS-Studie steht, dass "bei Patienten mit neu diagnostiziertem, transplantationsfähigem MM heute bei der Mehrheit eine MRD-Negativität nach moderner Quadruplet-Induktion erreicht werden kann. Die MRD-Negativität könnte künftig als zentrales Entscheidungskriterium für eine deeskalierende Therapieplanung herangezogen werden – ohne Einbußen bei der erreichten Remissionstiefe. Vor diesem Hintergrund bedarf die Rolle der ASCT einer grundsätzlichen Neubewertung." Allerdings waren dort die Patienten in Stage II oder III.

Die Frage ist daher, was Patienten (wie ich) empfohlen wird, die "lediglich" Stage I sind und die nach 4-6 Zyklen D-VRd in der MRD sind.
Daher habe ich vor, keine ASZT zu machen und falls ich dann aus der MRD herausfallen würde, überlegen, was als nöchstes dran ist. Es gibt ja echt viele Optionen.