Hallo, Stefanie,
das ist sehr übel, und Du hast mein Mitgefühl.
Ich bin jetzt kein Arzt, aber was sein könnte, ist, dass Dich ein sogenanntes "ICANS" erwischt hat, also ein "Immuncell-assoziiertes Neurotoxizitäts-Syndrom". Kommt zwar eher selten vor nach CAR-T, aber das nützt Dir jetzt nicht viel.
Wenn Du Carvykti bekommen hast, wovon ich mal ausgehe, dann ist in den Nebenwirkungen eine "Periphere Facialisparese" beschrieben, das ist die Gesichtslähmung. Das kennt man auch unter dem Begriff "Bells Palsy". Ich hatte sowas mal vor vielen Jahren selbst (ist nach einigen Wochen wieder fast komplett zurückgegangen). Der Mundschluss funktioniert nicht richtig, trinken geht fast nur mit Strohhalm, und ein Auge schließt oft nicht richtig, da muss man aufpassen, dass das nicht austrocknet. Ursache können die CAR-T-Zellen sein oder ein aktivierter Herpes-Virus, der den Gesichtsnerv befallen hat. Bei mir war es damals der fiese Herpes-Virus.
Deine Lähmungen könnten auf ein sogenanntes "Guillain-Barré-Syndrom (GBS)" zurückzuführen sein. Das ist sehr selten nach CAR-T, kommt aber vor. Die Lähmungen beginnen meist in den Beinen und wandern weiter nach oben, bis sie irgendwann stoppen. Das gibt es auch unabhängig von CAR-T in der Neurologie.
Die Schmerzen kann ich mir nicht erklären.
Wichtig ist m.E. jetzt, dass Du im stationären Bereich bereits behandelt werden kannst, und wenn Du schon Cortison und Gammaglobuline bekommst, dann geht man gegen die Entzündungen vor und gegen mögliche Viren.
Periphere Facialisparese und Guillain-Barré-Syndrom sind in den allermeisten Fällen rückläufig, oft sogar komplett. Jedenfalls in den Fällen, wo CAR-T-Zellen nicht die Ursache waren. Hoffentlich ist das bei Dir auch so, das wünsche ich Dir. Und natürlich, dass man bald was gegen die Schmerzen machen kann...
Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)