Hallo,
Soweit ich es von den behandelnden Ärzten verstanden habe wird der MRD- Status (leider) nur bei Studienteilnehmern erhoben, da der MRD- oft der primäre Endpunkt der Studie darstellt.
Mein Mann hat 3-4 Monate nach der ASZT (Behandlung nach Perseus Studienprotokoll) zwar eine Knochenmarkbiopsie bekommen (Ergebnis CR), das nennt man wohl nicht MRD-, da die Sensitivität hier höchstens bei 10 hoch-3 oder 10 hoch-4 (also 1 auf 10000 Zellen) liegt. Ich habe mal gelesen, dass die Sensitivität in den Studien bei 10 hoch-6 liegt (also auf 1mio Zellen gesucht wird) was natürlich sehr viel genauer ist und einen viel besseren prognostischen Wert hat.
Wahrscheinlich ist es so, dass erst wenn die Dauer der Erhaltungstherapie abhängig gemacht wird vom MRD Status, diesen auch die nicht-Studienteilnehmern zur Verfügung stehen wird. Das könnte vielleicht mit der jetzigen Zulassung von Daratumumab in der Erhaltungstherapie eher kommen, weil sich die Kassen da, im Gegensatz zu nur Lenalidomid, sehr viel Geld sparen können.
Übrigens sind unserer Erfahrung nach die Nebenwirkungen von Lenalidomid keineswegs harmlos oder „im Griff“ zu bekommen. Auch Lenalidomid verursacht sekundäre Krebserkrankungen, insbesondere erhöht es die Sensitivität der Haut für Lichtschäden (Hautkrebs). Ein MM Spezialist hat mein Mann, der eine sehr helle Haut hat, explizit davor gewarnt: „…solange Sie Lenalidomid nehmen… extrem aufpassen und alle 6 Monate kontrollieren lassen“.
Auch kann es schwerwiegende Blutbildänderungen verursachen, die, wie bei meinem Mann, mit Transfusionen behandelt werden müssen. Bei ihm hat es trotz Dosisreduktion in der Induktionstherapie leider zu einer bleibenden PNP geführt.
In der Induktion gab es auch Juckreiz der aber mit Antihistaminika und Lotionen gut behandelt werden konnte.
Die vergleichsweise geringe Dosis in der Erhaltungstherapie hat dann aber zu massivem Juckreiz und ganzkörper Hautausschläge geführt. Eine immunologische Kettenreaktion (wahrscheinlich von Lenalidomid begünstigt ) hat dazu geführt, dass die Hautausschläge stationär behandelt werden mussten.
Es wurde ein Allergietest gemacht, der in allen Dosierungen positiv war. Die Nebenwirkung wurde anscheinend nach der ASZT aus unerklärlichen Gründen verstärkt.
Mein Mann hatte 4-5 verschiedene Hersteller ausprobiert, mit keinem wurde der Ausschlag besser. Laut Allergologe, der alle Medikamente, die mein Mann bekommen hat, inkl. verschiedene Lenalidomid Hersteller, getestet hat, spielen die Zusatzstoffe von Lenalidomid bei den Nebenwirkungen kaum eine Rolle. Diese seien wohl harmlos und soweit verbreitet in anderen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmittel, teilweise auch in Nahrungsmittel (meistens betrifft es nur die Farbe), dass man dann auch bei deren Verzehr diese Nebenwirkungen schon bekommen hätte.
Es ist wirklich ein super Medikament, dass seinen langjährigen Dienst längst bewiesen hat, aber es ist leider nicht ohne Nebenwirkungen, die die Lebensqualität bei manchen Patienten massiv beeinflussen können, so dass ein Absetzen unvermeidbar ist. Jeder reagiert da leider anders, und wie man Mann erfahren hat , nach der ASZT auch nochmal anders als davor…
Liebe Grüße
Ibi