Zum Hauptinhalt springen
Callosum62 antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
06 Feb. 2025 10:50
  • Callosum62
  • Offline
  • 250 Beiträge seit
    18 September 2023
Mehr
Hallo,

wusste ich ja nicht, und eine zu niedrige Blutverdünnung kann natürlich eine Ursache für einen Herzinfarkt sein. Eine zu starke Verdünnung aber eben für alle möglichen Blutungen, Marcumar-Patienten können ein Lied davon singen, die ewige Quick-Wert-Bestimmung.
Eines dürfte klar sein: In den nächsten Monaten werden die Blutwerte Deines Mannes Achterbahn fahren, und zwar nicht nur die Thrombozyten. Das sind eben die Nebenwirkungen der Behandlung. Was heißt: Die Medikationen benötigen je nach den Blutwerten immer wieder Anpassungen, was nervig ist, aber leider nicht zu ändern. Die Ärzte in Würzburg wissen darüber aber gut Bescheid, und ich denke, ihr bekommt auch diesbezügliche Medikamentenpläne. Natürlich ist es richtig, immer mal wieder nachzufragen, was wofür ist und wie lange man das nehmen sollte oder ab wann es möglich ist, die Dosis mal anzupassen sprich zu reduzieren. Die Medi-Anpassung ist aber irgendwie mit einem MM ein lebensbegleitender Prozess. Ich bin gerade nach meiner CAR-T-Zelltherapie mit täglich 15 Tabletten entlassen worden, hauptsächlich Infektions- und Epilepsie-Prophylaxe, da brauche ich schon ein Zeitfenster mit richtig guter Konzentration für das Stellen der Medis. Oder so: Wenn Dein Mann mal soweit ist, dass er die Erhaltungstherapie erreicht und Lenalidomid verordnet wird, ist zu beachten, dass das Zeug auch dafür bekannt ist, das Blut etwas anzudicken...

Alles Gute für die Zeit, die vor euch liegt...

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Muckel antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
05 Feb. 2025 19:39
  • Muckel
  • Autor
  • Offline
  • 27 Beiträge seit
    22 September 2024
Mehr
Callum 62: Mein Mann hatte Eliquis 5 mg als Erhaltungstherapie nach seiner Lungenembolie 2017. Trotzdem bekam er einen Herzinfarkt. Der Kardiologe in der Klinik meinte im Februar, dass es viel zu niedrig dosiert war ("da hätten sie auch gar nichts nehmen brauchen").
Ich werde jetzt bis zum 26.02. abwarten und dann in die Diskussion mit den Ärzten gehen. Ich habe ja 30 Jahre Erfahrung mit meinem Sohn (Mukoviszidose). Ihr glaubt gar nicht wie viele Diskussionen ich da schon mit Ärzten habe führen müssen.
Vielen Dank für eure Antworten.

Mapoli antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
05 Feb. 2025 13:36
  • Mapoli
  • Offline
  • 1707 Beiträge seit
    18 Juni 2011
Mehr
Hallo Muckel,
sicherlich bekommt Ihr noch ein Aufklärungsgespräch in der Transfusionsmedizin. Dort könnt Ihr das Thema noch mal ansprechen und Euch genau erklären lassen.

Nicht nur die Vorchemo ist da ausschlaggebend, sondern auch Faktoren bei der Stammzellsammlung. So kann es z.B. sein, dass ein Shaldon-Katheder notwendig sein wird. Das hängt von den Venen ab. Bei der Apherese wird das Blut mit einem Citrat versetz, welches ebenfalls das Blut verdünnt. Die Vorchemo kann die Thrombozyten auch schon sehr herunterdrücken.

Lasst es Euch noch mal genau erklären und sprecht Eure Bedenken wegen dem Herzen an.

Alles Gute für Deinen Mann.

Sunny antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
05 Feb. 2025 11:45
  • Sunny
  • Offline
  • 578 Beiträge seit
    07 Januar 2024
Mehr
Hallo Muckel,
das hier habe ich in einem Infoblatt zur Mobilisierung und Spenden von peripheren Blutstammzellen mittels Aparese gefunden. Ist zwar schon einige Jahre alt, aber ist wohl immer noch aktuell.

Durch die Stammzellensammlung kommt es in vielen Fällen zu einem Absinken der Blutplättchen (Thrombozyten). Dabei ist davon auszugehen, dass nach der Stammzellengewinnung die Anzahl der Thrombozyten im Blut für ca. 7 Tage unterhalb des Normalwertes liegen.

Das Auftreten einer Blutungsneigung ist dabei jedoch extrem selten, weil die gemessenen Werte meist nur knapp unter dem Normbereich liegen. Die Einnahme von Schmerzmitteln welche Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin, Thomapyrin u.a.) sollten Sie jedoch wegen der zu erwartenden Blutverdünnung für ca. eine Woche nach der Stammzellensammlung vermeiden.


Wie ich schon sagte, der Kardiologe kennt die Einzelheiten der Stammzellensammlung höchstwahrscheinlich nicht und weiß daher wohl auch nicht, dass es währenddessen sowieso zur Blutverdünnung kommt, ein Absetzen des Medikaments daher sinnvoll ist.

Abgesehen davon wird hier im Forum von Prof. Einsele immer als Koryphäe gesprochen (ich persönlich kenne ihn nicht), dem viele sehr vertrauen. Wenn er also nicht genau weiß wovon er spricht, wer dann? Ich bin zwar auch niemand, der Ärzten blind vertraut und recherchiere wie du bei Dingen, die mir nicht schlüssig erscheinen, aber in diesem Fall würde ich ganz auf die langjährige Erfahrung der Ärzte und dem Prof. Einsele vertrauen.

LG Sunny

Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.

Callosum62 antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
05 Feb. 2025 09:05
  • Callosum62
  • Offline
  • 250 Beiträge seit
    18 September 2023
Mehr
Hallo, Muckel,

gemach, gemach, ganz so wörtlich sollte man die Aussagen mancher Ärzte dann doch nicht nehmen. Also "Null Thrombozyten", dass ist doch sehr unwahrscheinlich. Ich habe im Verlauf meiner mittlerweile fast 8 Jahre ja schon ziemlich viel hartes Zeug in mich reinlaufen lassen, aber noch niemals waren meine Thrombozyten bei Null, auch nicht bei der Mobilisierungschemo. Aber selbst wenn die Thrombos dauerhaft unter kritische Werte sinken sollten, was beständig kontrolliert werden wird, können die durch Infusionen leicht wieder aufgefüllt werden.

Natürlich muss man bei niedrigen Thrombozytenwerten trotzdem aufpassen, gefährliche körperliche Aktivitäten empfehlen sich nicht, insbesondere innere Blutungen können heimtückisch sein, weil man sie ja nicht sieht. Und natürlich muss man Gerinnungshemmer vorübergehend reduzieren oder absetzen.

Bezüglich der Mobilisierungschemo würde ich dem Rat der Ärzte folgen; bei einem jüngeren MM-Kollegen von mir hat die Standard-Mobilisierungschemo wohl nicht richtig funktioniert, und sie haben im ersten Durchgang nur knapp 2 Millionen Stammzellen sammeln können (es braucht 6 Millionen). Er musste dann noch ein zweites Mal ans Gerät, also nochmal 4 Stunden, und zuvor haben sie ihm Nachts nochmal ordentlich Mozobil Plerixafor gespritzt, das macht auch nicht unbedingt Spaß...

Im Hinblick auf die Dauergabe von ASS100, was ja häufig nach Herzinfarkten gemacht wird, habe ich nach meiner tiefen Beinvenenthrombose die Ärzte gebeten, nach einer Alternative dafür zu suchen. Man weiß ja, dass ASS100 über die Dauer der Zeit gerne mal Magenblutungen hervorrufen kann. Seitdem bekomme ich Apixaban (Eliquis), 2.5 mg 1-0-1, und damit bin ich nebenwirkungsfrei durchgekommen bisher.

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Muckel antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
04 Feb. 2025 21:07
  • Muckel
  • Autor
  • Offline
  • 27 Beiträge seit
    22 September 2024
Mehr
Hallo Sunny, mir geht es nicht um das Absetzen des ASS, sondern dass laut Aussage der Ärztin die Thrombos gleich null sein sollen nach dieser Kurz-Chemo. Das kann ich mir eben nicht vorstellen, denn dann wäre mein Ehemann ja ohne Blutgerinnung, denn dafür sind die Thrombos ja zuständig. Er könnte dann Hirnblutungen etc. bekommen von Schnittverletzungen oder andere Verletzungen ganz zu schweigen. Es gäbe ja die Möglichkeit eine Mobilisierung ohne Chemo durchzuführen (Steady-state-Mobilisation), aber Prof. Einsele meinte, dies sei bei meinem Mann nicht angeraten (Hochrisikozytogenetik).