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Sunny antwortete auf Hochdosis-Chemo
31 Jan. 2025 20:17
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Doris, das ist wirklich phantastisch, ich hoffe, dass das noch ganz lange so bleibt.

Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.

Doris2460 antwortete auf Hochdosis-Chemo
31 Jan. 2025 15:25
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Ich habe meine Hochdosis/SZT Anfang November 2021 gehabt und bin nach wie vor in Remission mit 10 mg Lenalidomid.

Doris
Das Leben geht weiter, selbst wenn es humpelt

Sunny antwortete auf Hochdosis-Chemo
31 Jan. 2025 14:26
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Hallo Muckel,

ich finde es gut, wenn man sich, bevor man in eine Therapie einwilligt, erst mal rundum informiert und gründlich recherchiert, denn nur so kann man sich bewusst entscheiden.

Mein Mann und ich hatten auch schreckliche Angst davor und es kamen sogar die überall verstreuten Familienmitglieder zu Besuch, um ihn nochmal zu sehen, sollte doch was schief laufen. Im Nachhinein war die doppelte Hochdosistherapie zwar kein Spaziergang, aber lange nicht so schlimm wie wir befürchtet hatten. Bei meinem Mann hat es immerhin 1 Jahr lang ohne andere Therapien gehalten, es gibt aber andere, bei dem die Remission viel länger anhielt.

Ich denke auch, dass man an der SZT nicht vorbeikommt, außer man kommt bereits für Car-T-Zellen infrage. Einen Aspekt möchte ich noch erwähnen, da die SZT kein Spaziergang ist, ist es sicherlich sinnvoll diese durchzuführen, solange der Körper noch in einem guten Zustand ist und sie deshalb wesentlich besser verkraftet.

Alles Gute für euch,
liebe Grüße, Sunny

Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.

miregal antwortete auf Hochdosis-Chemo
31 Jan. 2025 12:49 - 31 Jan. 2025 12:53
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Was ich noch schreiben wollte: bei den Studien ohne unmittelbare SZT werden zumindest die Stammzellen gesammelt und eingefroren, da die Gewinnung später nur noch eingeschränkt möglich ist (man kann Myelomzellen nicht zu 100% von den Stammzellen trennen. Ggf. würde man dann bei einer später kaum vermeidbaren Resterkrankung auch die zuvor abgetöteten Myelomzellenim Körper wieder teilweise welche infundiert bekommen durch die Transfusion. Und es lassen sich durch die längere Revlimidgabe weniger Stammzellen gewinnen als nötig sind für eine Transplantation). Bei Hochrisiko führt eigentlich kein Weg vorbei an der ASZT, außer man ist körperlich schon so gebrechlich, dass das Risiko zu hoch wird- dann lebt man dann i.A. aber auch kürzer. Man kann auch einer mildere ASZT machen mit zB. 100 oder Tandem 2*80 mg/kg statt 200mg/kg Körpergewicht Melphalan
Letzte Änderung: 31 Jan. 2025 12:53 von miregal.

Doris2460 antwortete auf Hochdosis-Chemo
31 Jan. 2025 12:40
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Ich für mich kann sagen, dass ich an die Stammzellensammlung keine negativen Erinnerungen habe. Sondern eine, die mich immer noch fasziniert.

Ich war im Vorfeld ein paar Tage im Krankenhaus, habe zu der Zeit Novalgin Sulfon und Hydromorphon genommen. Man sagte mir dann, dass ich durch Schmerzen im Lendenwirbelbereich merken würde, wenn die Stammzellen aus geschwemmt werden, dann soll ich Bescheid geben, damit man mir Paracetamol geben kann. Was soll ich sagen, ich habe es gemerkt, ich habe Paracetamol bekommen und es hat super gewirkt.

Die Sammlung selbst ist ja eine Art von Blutwäsche, fand ich auch unspektakulär.

Ich war in einer Studie und hatte 6 Induktionszyklen, zwischen durch die Sammlung, dann die Hochdosis und danach noch mal 3 Zyklen Konsolidierung. Ich muss sagen, dass hat sich über fast 15 Monate hingezogen, ich war so froh, als ich dann in die Erhaltung mit einer Tablette am Tag gehen konnte.

Doris
Das Leben geht weiter, selbst wenn es humpelt

Callosum62 antwortete auf Hochdosis-Chemo
31 Jan. 2025 10:37
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Hallo,
die Zuhilfenahme von Studienergebnissen für eine persönliche Entscheidungsfindung bei der Behandlung des eigenen MM ist m.E. eine sehr gute Idee. Im Lichte der sich rasant entwickelnde Fortschritte in der MM-Forschung ist es jedoch nicht einfach, hier den Überblick zu behalten. Und es scheint so zu sein, dass einige Erkenntnisse früherer Studien nicht mehr vollumfänglich gelten. Insbesondere das Hinzufügen von einem monoklonalen Antikörper wie Daratumumab und in Zukunft Isatuximab in der Induktionstherapie, Konsolidierungsphase- und ggf. auch in der Erhaltungstherapie stellt einen Paradigmenwechsel von einer Triplet- zu einer Quadruplet-Behandlung dar. Damit ist die Frage, ob durch eine ASZT nur das progressionsfreie Intervall, nicht aber das Gesamtüberleben verlängert wird, mehr als offen. Immer häufiger sind in der Forschung auch nicht PFS oder OS das prognostische Zielkriterium, sondern die MRD-Negativität.
Mal beispielhaft hier zwei der zitierten Studien.
Die IMF2009 Studie aus dem Jahr 2017 untersucht MM-Patienten mit VRd in der Induktionsphase und teilt diese dann in zwei Gruppen auf: ASZT gegen VRd. Die ASZT-Patienten haben 50 Monate PFS, ohne sind es nur 36 Monate. OS ist zwar gleich, aber in der VRd-Gruppe gab es ein 53 % höheres Risiko für eine Erkrankungsverschlechterung.
In der SWOG777 Studie (2020) wurden MM-Patienten mit VRd gegen Rd in der Induktion verglichen. Ich habe gelesen, dass das OS in der Rd-Gruppe 69 Monate war, in der VRd Gruppe 2020 aber noch nicht erreicht war.

Wichtig ist m. E. auch noch Folgendes: Die Ergebnisse in einer Studie bilden nicht die Behandlungsrealität ab. Das Gesamtüberleben kann ja in einer Studie nur ermittelt werden durch diejenigen Patienten, die unter der laufenden Studie verstorben sind. Da das oft nicht viele sind, gibt es im statistischen Vergleich mit dem PFS hier gerne mal Verzerrungen. Tatsächlich ist es aber so, das bei einer Erkrankungsverschechterung in der wirklich wahren Welt doch dann, wenn das rechtzeitig erkannt wird, zu einer anderen Behandlung gewechselt wird. Wie hoch also das tatsächliche Gesamtüberleben eines bestimmten MM-Patienten über die verschiedenen Behandlungslinien tatsächlich ist, darüber gibt es noch keine verlässlichen Zahlen; sehr wahrscheinlich ist es aber mit einer ASZT um Jahre höher. Ohne ASZT mit anschließender Erhaltungstherapie mit Lenalidomid hat man nach meinem Kenntnisstand gegenwärtig auch kein Anrecht auf eine CAR-T-Zelltherapie mit Carvykti in der Zweitlinie (man möge mich korrigieren, wenn ich hier falsch liege). Das engt die Behandlungsoptionen zusätzlich ein und verringert für viele von uns das OS.

Natürlich ist eine ASZT nicht ungefährlich und kein Spaziergang, auch an meine Mobilisierungschemo und die Stammzellsammlung habe ich keine guten Erinnerungen. Vielleicht brauchen wir die ASZT ja irgendwann nicht mehr. Gestern habe ich gelesen, dass es Erkenntnisse gibt, Dexamethason bei Kombibehandlungen nicht dauerhaft zu geben, sondern nach einer gewissen Zeit ganz wegzulassen. Toll. Oder Lenalidomid bei nachgewiesener MRD-Negativität nach zwei Jahren ohne Verlust von PFS abzusetzen. Prima.

Für die Transplantierbaren von uns ist eine ASZT im Hinblick auf das Gesamtüberleben über mehrere Behandlungslinien gegenwärtig aber die beste Option. Und die PFS-Zeit, die damit länger ist, ist für mich eine sehr schöne Remissionszeit mit hoher Lebensqualität gewesen, in der nicht dauernd behandelt, sondern nur kontrolliert werden musste.
Ansonsten plädiere ich dafür, ältere Studienergebnisse immer wieder auf ihre Aussagekraft zu überprüfen, weil sich gerade so viel ändert im „golden age“ der MM-Forschung.

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)