Hallo Rene,
D-VRD ist eine sehr gute Therapie – meine Werte waren nach nur sechs Wochen wieder im Normbereich. Und das Beste: Man bekommt nur zwei Spritzen, den Rest nimmt man in Form von Tabletten. Ich glaube, komfortabler geht es kaum.
Zu Beginn der Therapie habe ich darauf bestanden, Velcade nur einmal pro Woche zu erhalten, um das Risiko einer Polyneuropathie zu minimieren – genau wie es die wissenschaftliche Literatur empfiehlt.
Insgesamt hatte ich gut handhabbare Nebenwirkungen. Am Anfang hat sich ein sehr niedriger Blutdruck eingestellt, mit dem mein Körper nicht umgehen konnte. Ich fühlte mich dadurch oft schläfrig, müde und benommen. Wahrscheinlich kam der niedrige Blutdruck durch Velcade. Er normalisierte sich mit der Zeit, vermutlich durch das Kortison, sodass ich gegen Ende der Therapie mit hohem Blutdruck zu kämpfen hatte. Zudem hatte ich eine lästige Verstopfung, die sich jedoch mit verschiedenen Mitteln in den Griff bekommen ließ.
In jedem Zyklus, ungefähr am 10. Tag, bekam ich starke Hautschmerzen mit Ausschlag, insbesondere im Rücken- und Oberschenkelbereich. Laut meiner Onkologin handelte es sich dabei um eine sehr seltene Nebenwirkung, möglicherweise vom Revlimid. Ich musste das Medikament zeitweise absetzen und in der nächsten Runde auf eine kleinere Dosis umsteigen. Dieser Ablauf wiederholte sich. Ab dem dritten Zyklus nahm ich dann nur noch 15 mg Revlimid.
Die meisten Nebenwirkungen stammten jedoch von Dexamethason: Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Hungerattacken, geschwollene Beine sowie ein „brain fog“ – das Gefühl, nicht klar denken zu können, begleitet von Konzentrations- und Sehstörungen. Letztere traten jedoch nicht ständig auf.
Obwohl die Nebenwirkungen teilweise belastend waren, empfand ich die Therapie insgesamt als sehr effizient und gut erträglich.
Die Frage, ob man während der Therapie arbeiten gehen sollte, ist nicht leicht zu beantworten. Wenn man flexible Arbeitszeiten, Gleitzeit, die Möglichkeit zu Home-Office, einen verständnisvollen Arbeitgeber, eine stressfreie Tätigkeit und viel Lust auf Arbeit hat, könnte es auf jeden Fall einen Versuch wert sein. Und falls es doch nicht funktioniert, kann man sich immer noch krankschreiben lassen.
Viel Erfolg und alles Gute,
Niki