Hallo, Dani,
gut, dass Du rechtzeitig die Notbremse gezogen hast. Denn die "Herzensangelegenheiten" bei der Behandlung mit Carfilzomib darf man in der Tat nicht auf die leichte Schulter nehmen. Carfilzomib wird ja nicht selten in Kombination mit Daratumumab und Dexamethason gegeben, also DKd. Bei Carfilzomib sind häufige Nebenwirkung Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Herzstillstand, myokardiale Ischämie. Aber auch Daratumumab kann (neben den bekannten Lungenproblemen) was mit dem Herzen machen, beschrieben ist insbesondere Vorhofflimmern. Ich schreibe das jetzt hier auch, weil ein Teilnehmender unserer SHG ganz aktuell bei der Gabe von Carfilzomib im Rahmen einer DKd-Behandlung ziemliche Herzprobleme bekommen hat, und zwar Vorhofflimmern mit Tachycardie (Puls 140-150, sehr hoher Blutdruck). Ein Herzechocardiogramm sollte m.E. daher unbedingt VORHER durchgeführt werden, aber das ist hier aufgrund von Terminproblemen beim Kardiologen leider nicht erfolgt. Ich könnte mir vorstellen, dass das in der MM-Behandlung gar nicht so selten hinterher abgeklärt und einfach schon mal mit DKd angefangen wird. War bei mir übrigens auch so, aber ich wollte unbedingt, das nach dem Rezidiv früh angefangen wird. Allerdings hatte ich Glück
Das Vorhofflimmern unseres Teilnehmenden bildete sich leider nicht von selbst zurück, so dass eine sogenannte Ablation, eine Verödung eines bestimmten Areals auf der Innenwand des rechten Vorhofes zur Durchbrechung des unerwünschten Stromkreises notwendig wurde. Zur Kontrolle wurde dann noch ein Herz-CT zur Darstellung der Herzkranzgefäße sowie ein Schluck-Herzecho, um aus der Speiseröhre im Inneren eine mögliche Thrombenbildung im Vorhof erkennen zu können, durchgeführt - ohne Befund. Das folgende Echocardiogramm des Herzens ergab eine geringgradige Einschränkung der Herzleistung, so dass wohl eine Herzschädigung zurückbleiben wird. Damit ist die Weiterbehandlung mit Carfilzomib nicht mehr möglich.
Wir sind vielleicht oft so mit unserem MM beschäftigt, dass wir wichtige Organsysteme wie das Herz schon mal aus den Augen verlieren. Auch bei der CAR-T-Zelltherapie kann es z.B. durch einen Zytokin-Release-Sturm zu Herzschäden kommen. Im Rahmen des o.a. Vorfalls haben wir das mal recherchiert und einen interessanten Artikel dazu gefunden.
Herzschäden durch CAR-T-Zelltherapien Von Prof. Matthias Totzeck (der heißt wirklich so) vom 12.05.2023
app.cardionews.de/Fortbildung/Herzschaed...herapien-438857.html
Fazit
Der Einsatz von CAR-T-Zelltherapien kann schwerwiegende kardiovaskuläre Komplikationen mit sich bringen. Deshalb ist eine intensive Überwachung der Patienten sinnvoll: mit Biomarker-Bestimmung, EKG und Echo. Steht noch einiges Interessantes mehr drin in dem Artikel.