Zum Hauptinhalt springen
21 Apr. 2024 04:44
  • miregal
  • Offline
  • 1021 Beiträge seit
    17 Mai 2019
Mehr
Bei stationärer Behandlung gibt es Tagessätze je nach Therapie: OP, Infektionen, ...
Das Dara überschreitet wohl den Tagessatz, weshalb die Klinik das ablehnt. Medizinisch gesehen natürlich völliger Blödsinn (IMHO).
Allgemein zu Bestrahlungen muss man sagen, dass bestrahlte Knochen klinisch tot sind, wie ein wurzelbehandelter Zahn. Entsprechende Frakturen können dann auch nicht mehr ausheilen und werden dann mit Knochenzement kyphoplastiert bzw. mit Schrauben und Stäben versteift. Allgemein ist die Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie nicht mehr das optimale Maß der Dinge. D.h. eine Bestrahlung kommt nur bei engen Lokalisationen wie Plasmozytom oder extrameduläre Herde in Betracht oder palliativ im Endstadium der Erkrankung. Weil auch das gesunde Knochenmark durch eine flächenmäßige Bestrahlung ihren Lebensraum verliert. Vlt. ist eine Kyphoplastie oder Versteifung der bessere Weg, auch wenn die Medikation solange aussetzen muss (die Infektionsgefahr bei einer OP steht der Immunsuppresion der Behandlung gegenüber). Aber das müssen Ärzte interdisziplinär entscheiden. Zweitmeinung in einem Myelomzentrum einholen!

20 Apr. 2024 20:56
  • Doris2460
  • Offline
  • 677 Beiträge seit
    13 August 2022
Mehr
Hallo Bernd,

meine Diagnose wurde im Krankhaus gestellt. Ich wurde dann am HWS operiert und und auch während des Klinkaufenthalts bestrahlt. In der Klinik gab es ein Strahleninstitut.

Nach ca. 5 Wochen wurde ich entlassen und meine Behandlungen und Bestrahlungen gingen weiter. Ich hatte liegend Transporte in zur Bestrahlung.

Wie ist es denn, wo wohnt ihr? Gibt es in der Nähe ein Krankenhaus, das fit ist in der Behandlung des MM und die Möglichkeit zur Bestrahlung bietet (denke, dass es eigentlich die Krankenhäuser mit MM Spezialisten haben müssten), denn dann dürfte es doch kein Problem sein, trotz Bestrahlungen die Therapie fortzusetzen. In den entsprechenden Kliniken sind ja auch Fachärzte, denke die dürfen dann auch Daratumumab verabreichen.

Doris
Das Leben geht weiter, selbst wenn es humpelt

20 Apr. 2024 19:15
  • Bernd040310
  • Autor
  • Offline
  • 7 Beiträge seit
    19 April 2024
Mehr
Hallo Johannes,
besten Dank für deine Erfahrungen. Ambulante Therapie und zugleich ambulante Bestrahlung wäre auch bei meiner Frau theoretisch möglich. Der Punkt ist ein anderer. Scheinbar darf Daratumumab nur vom Facharzt verordnet und ambulant verabreicht werden. Während eines stationären Klinikaufenthaltes zwecks Bestrahlung darf die Klinik aber offenbar kein Daratumumab verabreichen. Aus Kostengründen ??? Und der Facharzt kann ja der Klinik nichts verordnen.
Gruß
Bernd

20 Apr. 2024 19:06
  • Bernd040310
  • Autor
  • Offline
  • 7 Beiträge seit
    19 April 2024
Mehr
Hallo Markus,
danke für deine Erklärungen. Sinn und Zweck der Bestrahlung und Wirkungsweise von Daratumumab sind mir bekannt. Ich hatte gehofft, dass vielleicht jemand die Erfahrung gemacht hat, dass die Kliniken tatsächlich doch Daratumumab verabreichen dürfen oder tatsächlich nicht. Denn ich zweifel ein wenig an der Aussage unseres Onkologen.
Gruß
Bernd

20 Apr. 2024 18:58
  • Bernd040310
  • Autor
  • Offline
  • 7 Beiträge seit
    19 April 2024
Mehr
Hallo Callosum62,
vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Das ist uns allerdings bekannt. Bei uns muss die Versicherung im übrigen deutlich mehr als EUR 6000 für eine Dosis Daratumumab bezahlen. Ja, meine Frau könnte auch ambulant bestrahlt werden. Dann könnte auch die Therapie beim Onkologen weitergeführt werden, was dringend notwendig ist. Der tägliche Krankentransport zur ambulanten Bestrahlung mit 5 relativ frisch gebrochenen Wirbeln ist aber zu schmerzhaft. Deshalb die Empfehlung vom Onkologen, die Bestrahlung stationär über mehrere Wochen durchzuführen. Dann würde aber zwangsläufig die Behandlung mit Daratumumab unterbrochen, weil die Klinik kein Daratumumab verabreicht bzw. das nicht darf, und zwar aus Kostengründen. Und genau das kann ich nicht nachvollziehen.
Gruß
Bernd

20 Apr. 2024 18:39
  • Johannes1956
  • Offline
  • 205 Beiträge seit
    29 April 2023
Mehr
Hallo, ich kann nur meine Erfahrungen teilen. Ich hatte dort gebrochene Wirbel, wo der Tumor besonders aktiv war. Den Hot Spot hat man in der PET Szintigraphie gesehen. Mit der Bestrahlung wurde ein gutes Ergebnis erzielt, die Schmerzen waren einige Wochen danach deutlich weniger und die gebrochenen Wirbel verfestigt.
Ich habe auch einmal im Monat XGEVA gespritzt bekommen, das verhindert weiteren Knochenabbau durch den Tumor.

Parallel dazu habe ich 6 Zyklen Induktionstherapie bekommen, da war Daratumumab auch dabei. Ich habe alles ambulant gemacht.

Die Kostenfrage sollte sich nicht stellen, wenn der Onkologe/Hämatologe das Behandlungsschema so verschreibt. Es muss aber mit Blutbefunden immer vor der Therapie geschaut werden, ob die hämatologischen Befunde die Behandlung zulassen.

Also, zusammengefasst, für die zielgerichtete Bestrahlung braucht man als Vorbefund eine PET/CT.
XGEVA oder ein analoges Produkt braucht man, um weiteren Knochenabbau zu verhindern.
Daratumumab und Bestrahlung geht zusammen, wenn es die Blutwerte erlauben.
Eine Behandlung, die vom Facharzt verordnet wird, darf keine Kostenfrage sein. Überhaupt würde ich mir als Patient nicht zu viele Gedanken über Kosten machen.

Alles Gute,

Johannes