Liebe Katrin,
ich kann Deine Bedenken sehr gut verstehen, erlebe es aber auf Station immer wieder, wie gut es im Zweibettzimmer funktioniert, wenn man selber ein wenig mit darauf Acht gibt. Auf den onkologischen Stationen herrschen in der Regel schon bessere Hygienische Bedingungen als auf anderen Stationen. Ich kann da allerdings nicht für alle Kliniken sprechen. Hygiene auf den Toiletten ist das A&O neben natürlich der Hygiene bei den Infusionen, Spritzen und Blutabnahmen. Wenn da der Mitpatient nicht mitmacht ist eine sofortige Absprache mit der Stationsleitung wichtig. Das größte Risiko sind die Keime, die man bereits im Körper hat, also gut aufpassen, dass man sich vorher keine Pilzinfektion einfängt (Bioabfall, Blumenerde), oder schlummernde Infekte mitbringt. Auch sollte man so wenig wie möglich Besuch einplanen, die sind ja oft längere Zeit im Zimmer und können vieles einschleppen, was für sie selbst kein Problem ist und oft auch garnicht bemerkt wird. Spaziergänge mit dem Besuch draußen sind da die bessere Alternative, wenn die Thrombozyten es zulassen.
Ich habe selbst gerade eine Patientin auf dem Zimmer, die sich seit gestern in Aplasie befindet (Leukozyten im Keller). Es klappt sehr gut im Zweibettzimmer. Auch bei meinen beiden autologen Transplantationen hatte ich ein Zweibettzimmer. Ich hätte mir oft mehr Ruhe gewünscht, da ich generell schnell unter Übelkeit leide. Aber ich kenne sehr viele Patienten, die über die Gesellschaft dankbar sind, man hat jemanden zum Austausch, der einen auch seelisch auffangen kann. Oft ja eben auch ein Krebspatient, der die eigenen Sorgen nachvollziehen kann. In Heidelberg wird die Behandlung inzwischen auf Wunsch auch ambulant durchgeführt. Man sagt auch, dass viel Bewegung, Austausch mit anderen Menschen und Ablenkung zu einem schnelleren Genesen beiträgt.
LG
Ma
Letzte Änderung: 01 Feb. 2024 13:44 von Mapoli. Begründung: Tippfehler