Hallo Callosum,
sorry, dass ich so lange nicht geantwortet habe, aber die letzten Tage waren sehr anstrengend und ich hatte einfach keine Kraft zu schreiben.
Erst mal vielen Dank für deine Antwort, ich liebe ausführliche Antworten, von mir aus kann sie gerne so lang sein oder auch noch länger

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Ich habe es endlich geschafft den Krankheits- und den Therapieverlauf ins Profil zu schreiben – sollte da was fehlen oder etwas zu viel sein, wäre ich dankbar, wenn man mir das mitteilt. Dort kannst du lesen, dass mein Mann bereits vor fast fünf Jahren zwei Hochdosistherapien/Stammzellentransplantationen hatte.
Die Therapie ist nun doch anders als noch vor ein paar Wochen angedacht. Mein Mann bekommt stattdessen die DKd, also Carfilzomib, Dextamethason, Daratumaumab. Die ersten beiden Behandlungen hat er bereits hinter sich und außer einem etwas leicht geröteten, aufgedunsenen Gesicht, vor allem die Wangen und um die Augen herum und der üblichen Müdigkeit geht es ihm gut. Heute ist auch das erste Mal seit langem, dass seine Hände nicht mehr zittern, was wahrscheinlich daran liegt, dass er seit Anfang des Jahres keine Pomalidomid-Tabletten mehr nimmt und diese Nebenwirkung nachgelassen hat.
Nun zur inneren Haltung: Ich kann gut verstehen, dass du das Wort „Gift“ nicht magst, es beziehungsweise sehr negativ behaftet siehst. Ich Grunde gebe ich dir recht, aber man kann das Ganze auch von einer anderen Seite betrachten. Die Chemo, die ich manchmal Gift nenne, tötet gesunde Zellen, aber genau dieses Gift ist es, was auch die Krebszellen tötet und damit hilft zu überleben. Deswegen ist der Ausdruck Gift für mich eigentlich ein Wort, das ich ‚manchmal‘ schon als hilfreich empfinde, denn es sagt ohne Beschönigung und zwar so, dass jeder also auch ein Laie sofort versteht, was durch die Chemo passiert - nämlich, dass der Krebs getötet wird.
Du siehst, ich sehe die Medikamente auf jeden Fall als Partner im Kampf ums Überleben an, aber das ändert nichts daran, dass ich manchmal Angst habe, vor allem wenn mit neuen Wirkstoffen behandelt wird, von denen man nicht weiß, wie sie sich auswirken werden. Wie ich diese Wirkstoffe nenne, hat darauf keine Auswirkung.
Du kennst mich nicht und daher ist dein Einwand vollkommen berechtigt, denn bei Menschen mit negativer Grundeinstellung kann das durchaus auch negative Auswirkungen haben und dann ist es auf jeden Fall besser von schlauen Medis zu sprechen.
Wir sind aber beide alles andere als das und jeder, der uns kennt, bewundert uns dafür, dass wir uns trotz allen Widrigkeiten unsere Fröhlichkeit, das Lachen und die Liebe zum Leben nicht haben nehmen lassen. Wir leben nun schon seit über 5 Jahren mit diesem Mistkrebs und haben nicht vor uns davon in die Knie zwingen zu lassen, sondern wir wollen zusammen alt werden und noch in 20 Jahren auf einer Bank in unserem Dorf sitzen und den Sonnenuntergang genießen.
So, das musste auch mal gesagt werden, nicht nur immer Fakten und schlimme Dinge

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LG Sunny