Hallo, Dani,
eine endgültige Heilung vom MM ist ja momentan nur wenig von uns beschieden, aber ein heilungsähnlicher Zustand des MM unter ggf. lebensbegleitender Behandlung ist wohl im Bereich des Möglichen. Da wird es wohl - immer mal wieder - notwendig sein, Infusionen in den alten Körper reinlaufen zu lassen, sei es mit MM-Medikamenten oder mit Medis, die sich um Begleitsymptome wie z.B. Infektionen kümmern. Für diejenigen von uns, die das auch mal stationär und ggf. auch mal für eine Woche oder länger machen lassen müssen, ist ein Port eine noch feinere Sache, weil man damit eine gute Bewegungsfreiheit beider Arme hat, vor allen Dingen nachts, wenn es mit dem Schlauchgewirr eines Zugangs im Arm echt lästig ist.
Aber wer gibt uns Infusionsgeplagten eigentlich eine Garantie, dass sich ein "normaler Zugang" nicht infizieren kann? Ich hatte so eine fiese Infektion während meines ersten stationären Aufenthaltes gebucht; der Zugang war einfach zu lange drin gewesen und dick verbunden, so dass eine Rötung, die ja auf eine Infektion hindeutet, unbemerkt blieb. Als der Arm richtig weh tat, war es schon zu spät. Eine Woche übles Aua und Fieber, das war nicht schön. Mein Raumteiler hatte Ähnliches erlebt, nur war sein Arm zudem noch dick angeschwollen, also wahrscheinlich ein kleine Thrombose, die jeden Tag gewickelt werde musste, und zusätzlich bekam der richtig fette Medis, damit die Schwellung zurückgehen konnte. Auch nicht schön.
Bisher bist Du ja, wenn ich richtig rechnen kann, 10 Jahre ohne Port ausgekommen. Das funktioniert nach meiner Erfahrung aber nur, wenn die Infusionsfrequenz in all diesen Jahren nicht sehr hoch ist. Ansonsten wären Deine Venen schon längst abgenutzt. Jetzt bist Du wohl in der 3. Behandlungslinie, und wer weiß, was da noch kommt. Möchtest Du das wirklich über Deine Venen behandeln lassen? Meine Venen waren nach 1 1/2 Jahren kontinuierlicher Behandlung jedenfalls einstichtechnisch total verreckt, und bevor ich mir da in die Füße hätte stechen lassen, habe ich mich dann doch für einen Port entschieden (aber ich habe auch lange gezögert und gezaudert). Aber ich habe das niemals bereut. Das Ding trägt im Alltag kaum auf und ist seit 5 Jahren für mich eine absolut saubere Sache. Meine Frau lacht immer wieder über meinen Stöpsel und meint, das sei von der Natur nicht weise eingerichtet, dass so etwas nicht von Geburt vorhanden sei, es wäre doch im Bauchnabelbereich Platz dafür. Na, wer weiß, was die Evolution uns da noch bringt.
Meine Arme kann ich ganz normal bewegen und auch trainieren - ich mache z.B. Qi-Gong Übungen mit einem Idogo-Stab. Aber ich gebe zu, ich habe keine Erfahrungen mit einem entzündeten Port. Das wird das ähnlich sein, wie mit einem entzündeten Zugang, da wird nicht viel gehen. Nur - so ein Ding kann man sich ggf. auch wieder ziehen lassen, so kompliziert ist das jetzt auch nicht, eine kleine OP halt; einen entzündeten Zugang lässt Du ja auch rausnehmen...
LG und viel Erfolg bei der Entscheidung...
Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)