Lieber Helmut,
Hut ab, dass Du es geschafft hast, 23 Jahre mit dem Myelom zu leben, auch mit Höhen und Tiefen. Es tut mir leid, dass Du auch noch gegen Darmkrebs kämpfen musst.
Ich habe keine Erfahrung mit Nexpovio (Selinexor), aber eine Mitpatientin hat es einige Monate genommen. Die Nebenwirkungen waren sehr stark. Sie sagte immer, dass die Übelkeit sehr schlimm war. Sie musste auch jede Woche Blutinfusionen bekommen. Bei ihr hat es nur kurzfristig geholfen. Aber wenn man das Gesamtbild betrachtet, hat sie wahrscheinlich diese Phase mit Selinexor gebraucht. Davor hatte sie CAR-T Therapie und Teclistamab (beide gegen BCMA) genommen und nach Selinexor Talquetamab (gegen GPRC5D). Talquetamab führte zu einer Remission, sogar MRD negativ. Vielleicht konnten sich ihre T-Zellen in dieser Selinexor-Phase erholen.
Eine sehr erfahrene und informierte Patientin, die sehr engagiert ist, hat mir gesagt, dass sie immer gemischte Erfahrungen über Selinexor hört. Also, schwer zu sagen. Hoffentlich gibt es hier im Forum Patientinnen und Patienten, die über ihre Erfahrungen berichten können.
Es gibt eigentlich noch viele Therapien, die in Frage kämen, aber weil Du gerade eine Darmkrebsbehandlung hinter Dir hast, ist vielleicht alles zu viel für Deinen Körper.
Abgesehen von Selinexor wäre vielleicht eine ganz klassische Chemo (Cyclosphamid) eine Möglichkeit. Das habe ich in der Induktionsphase bekommen. Es hat zu einer schnellen Remission geführt. Ich habe es sehr gut vertragen. Danach könnte man vielleicht Teclistamab versuchen. Die mögliche Reihenfolge der neuen Medikamente ist kompliziert. Ich hoffe, Du hast einen erfahrenen Myelom-Spezialisten als Arzt.
Und dann ist da noch Blenrep (Belantamab). Meine Gefühle sind sehr gemischt, ich kann es leider nicht rational erklären. Vielleicht gibt es Patienten im Forum, die über dieses Medikament berichten können.
Liebe Grüße,
Sevil