@Carsten: Das weiß ich. Da bei mir die Krankheit aber erst so spät im Jahr festgestellt wurde, bin ich auch noch nicht dazu gekommen, dass ich mich um die Zuzahlungsbefreiung kümmere. Hab so oft mit der Krankenkasse telefoniert, aber da haben die nix drüber gesagt. Das ist auch wieder so ein Punkt, den ich meinte: man muss sich gleichzeitig um x Sachen kümmern, egal ob man grad den Kopf dafür hat oder nicht...
Sieht jetzt jedenfalls so aus, dass ich für 2021 komplett in Vorleistung gegangen bin und dann 2022 eine Rückerstattung erhalte. Ärgerlich, da ich nicht die Bank für die Krankenkasse bin...
Habe mir als Lehre daraus jetzt in der Apotheke, in der ich am häufigsten bin, ein Kundenkonto anlegen lassen für die ganzen Zuzahlungen, damit es etwas übersichtlicher wird. Werde 2022 bestimmt auch noch Medikamente brauchen
Die 1%-Regelung wegen chronisch krank gilt ja erst nach einem Jahr Behandlung. Hab da noch einige Monate vor mir
@Undine: Das mit den Taxifahrten stimmt soweit. Musste VORHER die Kostenübernahme beantragen. Da ich aber zur Bestrahlung in die Klinik musste und die gut 60km weit weg ist, sind bei mir am Tag fast 20 Euro Zuzahlung angefallen. Also so ziemlich das Maximum, was man erreichen kann. Hatte da auch die Termine der onkologischen Ambulanz mit den Bestrahlungsterminen zusammengelegt.
Wurde dann nach der Strahlentherapie an den anderen Onkologen zurück überwiesen und da fahre ich "nur" noch gut 20km. Mit der Erstattung der Krankenkasse von 20 Cent pro Kilometer liege ich unter dem Zuzahlungsminimum....Geht also komplett auf meine Kappe
Bin ja froh, dass ich wieder selbstständig bin. Schon allein weil diese Schmerzattacken weg sind

Möchte nicht nochmal in so einen Zustand rutschen, wo ich mir nicht mal selbst was zu essen machen kann weil ich am Herd sonst die Biege mache...
Wegen Pflegegeld habe ich bisher nur mal grob geschaut - ich erfülle aber - zum Glück - kein Kriterium, um Pflegegeld oder eine Pflegestufe zu bekommen.
Das Zwischenmenschliche ist ein recht heikles Thema, Undine. Hab das bis jetzt nicht angeschnitten, weil ich mich ja erst mal vorstellen wollte. Daher auch bisher nur die kurze Schilderung von meiner Hausarztpraxis.
Hab in meinem Freundeskreis und Familie folgendes erlebt:
- Belehrungen, dass ich mich ablenken MUSS, damit ich nicht an meine Krankheit denke.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mich dieses MUSS aufregt...Vielleicht wollte die Freundin nur mein bestes. Mich hat es extrem gestört, dass sie mir fast täglich geschrieben hat, wie ich meinen Klinikalltag gestalten soll.
- als ich den ersten Freunden geschrieben habe, dass die Therapie losgeht, kamen ein paar Tage später Nachrichten, ob mir meine Haare schon ausfallen...Weiß nicht ob die mir überhaupt zugehört hatten beim telefonieren und ob die die Nachrichten richtig gelesen haben....Hatte mehrfach gesagt, dass das keine Chemo ist.
- mein Vater hatte sich bei den Besuchen in der Klinik und auch nach meiner Entlassung hingesetzt und gemeint "dann macht man halt ne Chemo. Ist doch kein Problem."
Der hat das nicht verstanden, dass ein MM trotz Chemo nicht heilbar ist. Und auch nicht, was es heißt, eine solche Chemo durchzumachen. Von meinem Entschluss weiß er noch nichts. Wird wohl eine "Weihnachtsüberraschung".
- eine gute Freundin und ehemalige Arbeitskollegin hat sich seit der Diagnose darauf eingeschossen, ob ich überhaupt nochmal arbeiten gehen will. Und wenn, dann auf keinen Fall in meinem alten Job weil die Arbeit zu schwer wäre. Ich werde da gar nicht gefragt....Mir hat mein Job bis zuletzt Spaß gemacht. Als zu schwer habe ich die Arbeit nie empfunden. An aufhören habe ich nicht gedacht. Hatte nur eine grobe Planung, dass ich meine Stunden noch weiter reduzieren wollte.
Denke, dass besagte Freundin von sich auf mich geschlossen hat. Sie ist kurz vor der Rente, hat diverse körperliche Baustellen und ist auch eher klein. Sie hat sich bei der Arbeit schwerer getan als ich...
Ich unterstelle allen einfach mal nur die besten Absichten. Aber manche Verhaltensweisen waren und sind einfach verletzend. Bei manchen hat man wirklich das Gefühl, dass man zu einem Baby herabgestuft wurde...
Habe ich auch schon festgestellt, dass man als Patient grundinformiert sein muss weil man sonst gar nicht weiß, von was die Ärzte reden. Und argumentieren kann man bei einem Mediziner auch nicht, wenn man nicht grundlegendes Wissen hat. Setzt aber alles eine gewisse Belastbarkeit voraus und dass diese gegeben ist, ist eben nicht selbstverständlich.
Mir geht´s im großen und ganzen wieder gut. Aber ich hatte seit meiner Entlassung auch einzelne Tage dabei, da ging gar nichts. Kein Autofahren, kein Essen machen. Nur auf dem Sofa liegen und fast den ganzen Tag verschlafen. Solche Tage gibt es, aber sie werden seltener