Grüß dich,
leider hast du nur geschrieben, dass dein Vater MM hat, aber nicht wie diese Diagnose zustande kam, welches Stadium, Knochen- oder Nierenprobleme ec.
Das spielt aber eine bedeutende Rolle.
Nun, der Patient ist 80. Er hatte -aus meiner Sicht- das Pech, dass noch diese elende Krankheit diagnostiziert wurde. Natürlich wird diese sofort therapiert, wobei ich sage, bei mir würde mit 80 nichts mehr gemacht, außer natürlich Schmerztherapie. Wenn es mein Angehöriger wäre, würde ich auch dringend abraten, den Körper noch mit Therapien zu belasten.
Die genannte Therapie ist Standard. Aber es ist bekannt, dass Revlimid Lungenentzündungen u. Embolien fördert, ohne die anderen NW. So ist es ja auch geschehen: Lungenentzündung + Embolie, eine Riesenbelastung mit 80, diese therapiert, dann genau so weiter wieder Lungenentzündung. Das finde ich schon Haarsträubend! Wieviel von diesen schweren Erkrankungen kann ein alter Mensch noch überleben? Und WIE wird sein Restleben aussehen? Kann man nicht einfach sagen, ok. das MM ist da, hat bisher aber nicht groß Probleme gemacht, lassen wir das therapieren, soll er sein restliches Leben doch möglichst angenehm verbringen?
Das ist meine persönliche Meinung. Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die das anders sehen. Ärzte sowieso, sie verdienen an den Patienten, die Pharmaindustrie erst recht. Rev allein kostet doch 7000€ im Monat?
Ich bin selbst schwerkrank u. nehme z.Z. Rev. (Ich bin 67) Meine Knochen sind total kaputt bzw. repariert, u. Tumormasse hatte ich nahezu überall, leider auch im Kopf. Letzteres hat mich vor einem Jahr bewogen es mit der Therapie zu versuchen.Ich halte es aber so sparsam wie eben möglich. Eine Embolie hatte ich auch schon, das ist kein Vergnügen! Zu Rev muss unbedingt Blutverdünner gegeben werden, um Thrombose u. Embolie zu verhindern,das Thema hatten wir hier kürzlich.
Niemand kann sagen, ob eine andere Therapie, wie Velcade, hier besser verträglich wäre. Diese Mittel sind alle kein Traubenzucker, mit dem es uns dann besser geht, sie haben erhebliche NW. Wieviel der Körper davon verkraftet ist unterschiedlich u. nicht vorhersehbar.
Der Patient entscheidet, was er an Behandlung annimmt. Nur sind die meisten damit völig überfordert, sie kennen die Krankheit u. die Wirkung der Medis nicht. Du kannst dich (an Stelle des Vaters) gründlich informieren, hier im Forum steht viel Wissenswertes.
Und dann kannst du mit diesen Informationen deinen Vater beraten u. mit Ärzten auf Augenhöhe sprechen.
Was oft vergessen wird: Jeder Mensch hat ein 100% Sterberisiko! Mit u. ohne Myelom, mit u. ohne Therapie. Und je älter der Mensch, desto höher das Risiko (normalerweise). Wir können nur ein Wenig beeinflussen wie wir unser Restleben verbringen.
Möchte man um jeden Preis solange wie möglich leben, sei es mit schweren NW u. KH- Aufenthalten dahin vegitieren?
Oder lieber mit größtmöglicher Normalität u. so wenig Behandlung wie möglich noch etwas leben? Oder...?
Ich weise noch einmal ausdrücklich darauf hin: ICH BIN MEDIZ. LAIE, NUR EINE ERFAHRENE GUT INFORMIERTE PATIENTIN!
ICH SCHREIBE HIER MEINE PERSÖNL. MEINUNG/ ERFAHRUNG!
Ich wünsche alles Gute!
Undine