Liebe Kerstin,
nachdem ich schon längere Zeit nicht mehr im Forum war, habe ich gestern deine Nachricht gelesen. Ich kann dir keinen wirklichen Rat geben, zumal die Situation bei jeder/m auch anders ist und jede/r für sich selbst entscheiden muß. Aber ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten.
Ich erhielt die Diagnose im März`19, und nahm zur Behandlung an der DSMM 17 Studie teil. Die SZT wurde dann 10/19 durchgeführt. Das Ergebnis danach, war ähnlich dem Ergebnis von vor der SZT: vgPR. Von der Klinik wurde mir eine 2. SZT empfohlen. Seit Beginn meiner Behandlung hatte ich starke Nebenwirkungen, besonders auch geistig und psychisch.Die Ärzte vermuteten, es sei eine reaktive Depression und komme nicht von den Medikamenten. Ich habe lange mit mir gerungen, recherchiert ... und mich dann gegen eine 2. SZT entschieden. Ich hatte Sorge, dass sich mein psychischer Zustand noch weiter verschlechtern würde, das wollte ich auf keinen Fall. Ich habe also mit der Konsolidierungs- und anschließend mit Erhaltungstherapie weiter gemacht. Nachdem mein Zustand sich nicht verbessert hat, wollte ich, dass die Behandlung verändert wird. Nach Absprache mit dem Onkologen wurde zuerst das Revlimid abgesetzt (er vermutete inzwischen, dass die NW vielleicht davon kamen) und nach einer Verbeserung meines Zusandes, alle anderen Chemomedikamente auch. Danach ging es mir zunehmend besser! Außerdem bin ich seit 12/20 in cR , das freut mich natürlich ganz besonders.
Ich weiß nicht, wie sich die Erkrankung weiter entwickelt, doch ich freue mich über jeden Tag, den ich zur Zeit erleben darf. Es ist so schön, wenn das Leben wieder zurückkehrt.
Ich wünsche dir viel Kraft und auch Ruhe für deine Entscheidung. Ich weiß, wie schwer das ist.
Liebe Grüße
Ranu