Also eine Resterkrankung hat wohl so gut wie jeder, sonst wären wir nach der Hochdosis ja dauerhaft geheilt, was aber nur einem sehr geringen Prozentsatz zu Teil wird.
Vermutlich meint dein Doktor eine messbare Resterkrankung. Diese kann im einfachsten Fall eine serologische CR, oder eine Knochenmarkuntersuchung oder einem PET-CT bestehen. Die minimale nachweisbare Resterkrankung durch NGS sequencing des Konchenmarks liegt bei eta 10^-5 bis 10^-6. Bei rund einer Milliarde Knochenmarkzellen können also trotz negativem Befund noch Tausende Krebszellen unerkannt im Körper schlummern. Deshalb wird seit geraumer Zeit die Erhaltungstherapie oder auch eine Konsolidierungstherapie trotz CR durchgeführt. Die 2. SZT wird bei Risikokonstellation gemacht, um ein Wiederaufflammen besonders agressiver Krebszellen zu minimieren, weil gegen die hilft die SZT am Besten. Bei Standardrisiko genügt es jedoch oft, eine CR herbeizuführen und Revlimid in der Dauertherapie zu geben. Verträgt man kein Revlimid, gibt es noch Ixazomib als Alternative. Mit der Erhaltung kann das Wiederaufflammen um ca. weitere 2 Jahre verzögert werden. Eine SZT hilft gegen schnell wachsende Zellen, eine stabile Erkrankung ohne Progress und genetisch geringem Risiko wäre da also kontraproduktiv.
Letzte Änderung: 21 Jan. 2021 13:21 von miregal.