Also im Rückblick war das alles wie ein Kindergeburtstag. Alles unspektakulär und ohne größere Nebenwirkungen. Naja bis auf Haarausfall und eine deutliche Gewichtszunahme durch das viele Dexa. Im März war ja die 2. SZT und anschließend die Konsolidierung. Seit 1.7. bin ich auch schon wieder ganz normal in Vollzeit arbeiten. Ich fühle mich gut und ich fühle mich auch gar nicht krank oder irgendwie eingeschränkt. Von daher ist alles gut.
Ich hatte jetzt die Wahl, ob ich eine Erhaltung mit Revlimid bekomme oder aber ob wir mit Daratumumab alleine weiter therapieren. Die Ärztin hat zu Daratumumab geraten. Da ja noch Krankheitsaktivität nachweisbar ist, besteht mit dem Daratumumab noch die Möglichkeit, dass sich was an der Werten verbessert. Dara+Revlimid zusammen wäre zwar besser, aber das zahlen die Krankenkassen nicht. Also entweder Erhaltung mit Revlimid oder weiter therapieren mit Dara. Das waren die Optionen. Dara alle 4 Wochen wurde übrigens auch in der LYRA Studie gegeben. Bei mir sind jetzt erstmal 24 Monate geplant. Dann ist es mit Dara aber auch zu Ende. Dann zahlen die Kassen das nicht mehr. Aber dann kann man ja in die Revlimid Erhaltung gehen im Anschluss.
Gegen Revlimid jetzt spricht: 1. verlängert das Revlimid nur die Zeit bis zum Rückfall. Aber nicht die Gesamtüberlebenszeit. Also kann man das auch dann lassen und sich die Nebenwirkungen sparen. 2. Da ich in keiner CR bin, würden sich die verbliebenen MM Zellen an das Revlimid gewöhnen und Resistenzen ausbilden. Damit wäre dann das Revlimid für eine spätere Behandlung verbrannt. Und so steht das Revlimid bei mir dann noch für einen Rückfall zur Verfügung. 3. Da Revlimid + Dara nicht zusammen bezahlt werden, besteht bei einer Dara mono Gabe noch die Chance, dass ich doch noch in eine CR rutsche.
So war das in der Lyra Studie auch. Noch nach 2 Jahren mit kontinuierlichem Dara, rutschten noch einige Patienten mit VGPR in eine CR. Und Patienten mit CR in eine stringente CR. Es besteht also noch etwas Hoffnung. Im Anschluss würde ich dann aber eine Revlimid Erhaltung anstreben. Aber das sind alles ungelegte Eier. Erstmal abwarten, wie sich das alles so entwickelt. Es kann ja auch sein, dass die Werte sich in Kürze wieder verschlechtern, dann müssen die Karten eh neu gemischt werden. Das was ich in der Zeit als MM Patient gelernt habe ist, dass man sich die Zeit für Planungen sparen kann. Es kommt eh alles anders als man denkt. Das MM ist unberechenbar und man kann quasi nur von einer Blutuntersuchung zur nächsten planen. Und mein Motto ist eh, rechne mit dem Schlimmsten und hoffe auf das Beste.