Liebe Foristen,
ich hatte ja Herrn Dr. Salwender einen Brief geschrieben, in dem ich ihn fragte, ob er wüßte, warum in einer Voruntersuchung (die ist möglich) nicht festgestellt wird, ob die Oberflächenproteine so exprimiert sind, dass der Patient auch vom Einsatz des jeweiligen Antikörpers profitiert. (Den genauen Wortlaut meines Briefes könnt ihr im Thread Seitenwechsel nachlesen)
Erst einmal ein großes Lob an diesen tollen Arzt, der mir alles beantwortet hat (das kannte ich ja so bisher nicht) und zwar prompt.
Zunächst fand er die Frage genial und er schreibt, dass er sich mit diesem Thema auch schon auseinandergesetzt hat.
Er schreibt uns, dass die Antikörper sehr teuer sind und eine vorherige Testung zwar extrem wünschenswert wäre aber dies aus finanzieller Sicht nicht durchsetzbar sei. Die Tests müßten wahrscheinlich auch durch die Pharmaindustrie bezahlt werden. Die Voruntersuchung hätte aber für die Pharma den einzigen Sinn, weniger Antikörper zu verkaufen. Daran hat die Pharma kein Interesse.
Er sagt aber auch, dass Antikörper wenig Schaden anrichten und statt dessen phänomenalen Nutzen bringen. einige Patienten fallen eben durchs Netz. Bei der CD38 -Präsentation ist es wohl die Regel, dass die Präsentation während der Therapie abnimmt, manchmal nimmt er wieder zu, so dass Dara dann zur Dauertherapie in Frage kommt.
Er sagt auch, dass die Regel nicht schwarz oder weiß ist, d.h. es gibt gut präsentierete Oberflächenproteine, weniger gut, schlecht oder gar nicht. Selbst bei einer schlechten Expression gäbe es noch einen guten Nutzen.
Der Nutzen einer Vordiagnostik wäre daher wohl eher eine Entscheidungshilfe, welchen der zur Verfügung stehenden Antikörper patientenspezifisch am besten geeignet wäre.
Er zieht ein Fazit : (wörtlich) "Alles in allem ein spannendes Thema und absolt berechtigte Fragen, aber ich fürchte, es wird nicht viele Studien geben, die eindeutig sagen: dieser Patient soll diesen Antikprper definitiv/nicht bekommen.
Super Antwort von Salwender; so etwas habe ich mir auch schon gedacht. Mich würde interessieren, was solche Untersuchung kostet, wenn man es selbst bezahlen würde. Vielleicht frage ich da ´mal bei der Charite an.
Lg JO
Letzte Änderung: 06 Juni 2019 15:24 von Jo.