Hallo Mamlu,
sicherlich kann niemand von uns wissen, was das Beste für deine Mutter ist.
Eigentlich kann nur sie selbst das...
Du beschreibst jedoch, dass deine Mutter durch einen Oberschenkelhalsbruch jetzt bettlägerig ist und inkontinent- und soeben einen Harnwegsinfekt hatte.
Es überrascht mich, dass deine Mutter mit Melphalan-Tabletten behandelt wird -
ich dachte,das wäre eine eher "historische" Behandlungsmethode. Melphalan ist ein
Derivat von Senfgas. Damit hat man im ersten Weltkrieg massenweise Soldaten umgebracht.
Zur Zerstörung des Knochenmarks vor einer ASZT wird es standardmäßig eingesetzt, aber als Dauerchemo- heute noch ?
Ich kenne nur Revlimid 25mg plus Dexa in der Behandlung von nicht transplantierbaren Patienten.
Und das ist schon nicht ohne! Die Medikamente, die beim Myelom eingesetzt werden, haben gravierende Auswirkungen und schränken die Lebensqualität häufig schon bei Menschen ein, die wesentlich jünger als deine Mama sind. Es wundert mich, dass deine Mutter trotz dieser harten Behandlung, die sie, wenn ich dich richtig verstanden habe, seit zwei Jahren erhält, überhaupt noch lebt und so alt geworden ist. Auch in diesem Forum sind so einige Patienten, die von starken Nebenwirkungen berichten und so mancher hat Thrombosen oder einen Schlaganfall davongetragen.Gerade bei multimorbiden Patienten kann eine Chemo auch schnell lebensgefährlich werden. Mein Vater z.B. ist vor einigen Monaten im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Chemo verstorben, für die er sich allerdings selbst entschieden hatte. Und der war bis dahin weder bettlägerig noch inkontinent, sondern für sein Alter sehr rüstig. Die Frage ist doch, was du mit dieser Chemo bei deiner Mutter bezwecken möchtest. Ihre Einschränkungen zur Zeit haben, wenn ich dich richtig verstanden habe, gar nichts mit dem Myelom zu tun. Was möchte deine Mutter denn in Bezug auf diese Chemo und das Myelom? Für mich wäre diese Frage die wichtigste in dieser Situation.
Liebe Grüße
Nicole