Hi Ano,
erst mal super Glückwunsch, 27 Monate Remission ohne vorangegange SZT ist schon eine Hausnummer.
Eine Erhaltungstherapie hat das Ziel die progressionsfreie Zeit nach einer regulären Therapie zu verlängern. Die Medikamente werden dabei dauerhaft, allerdings schwächer dosiert gegeben.
Zumindest bei einer Erhaltung mit Revlimid wurde in Studien darüber hinaus noch ein statistischer Vorteil beim Gesamtüberleben festgestellt.
Man erkauft sich diese Verlängerung durch Erdulden von Nebenwirkungen und einer schlechter wirkenden Rezitievtherapie wenn es danach soweit ist.
Eine Bedingung für den Beginn einer Erhaltung ist, durch eine vorangegangene Therapie wurde ein stabiler Zustand bei der Erkrankung erreicht und dieser Zustand dauert noch an.
Ebenso muss der Allgemeinzustand des Patienten so gut sein, dass er die Erhaltungsdauertherapie auch verkraften kann, die Medikamente werden zwar schwächer dosiert, ihre Toxizität verlieren sie dadurch nicht.
Wann genau der richtige Zeitpunkt (unmittelbar im Anschluss einer Therapie oder später und wenn später wieviel später) wurde bis dato noch nicht untersucht.
Bis 2017 war kein Medikament vorbehaltlos für eine Erhaltung zugelassen.
Davor wurde eine Erhaltungstherapie nur gemacht, wenn bei dem Patienten besondere Gründe vorlagen, die einen schnellen Rückfall vermuten ließen. Oder der Patient nahm an einer Studie teil und die Erhaltung war Bestandteil der Studie
Seit der uneingeschränkten Zulassung von Revlimid zur Erhaltung braucht es keine besondere Begründung mehr und sehr viele Ärzte bieten diese dann mehr oder minder allen Patienten pauschal aufgrund der vorliegenden Studienergebnisse an.
Velcade wird auch in der Erhaltung eingesetzt insbesondere bei Hochrisikokonstellationen und/oder bestehenden Nierenschäden.
Wenn eine Erhaltung eine mögliche Option für deinen Mann ist, sollte er einfach seinen Arzt danach fragen.
Sonnige Grüße
Markus
Letzte Änderung: 07 Dez. 2018 12:43 von klein Grisu.