Hallo zusammen,
ich (50) habe zwei Anliegen, die meiner Meinung nach zusammenhängen.
Ich habe ein symptomatisches Multiples Myelom IgG-kappa, Stadium II nach ISS. Hinter mir habe ich zwei autologe SZT, 40 Bestrahlungen. Ich mache gerade die zweite Chemo (Dara, Dexa, Revlimid), die ich gut vertrage und die auch gut angeschlagen hat. Die autologen SZT waren nicht wirklich erfolgreich. Die zweite verpuffte quasi im Nu, weswegen die geplante Erhaltungstherapie mit Revlimid werden musste. Die Dreierkombi mit dem Dara scheint aber gut zu wirken. Das erste Zwischenergebnis: Kappa ist von 115 auf 21 gesunken, Eiweiß von 7,8 auf 6,4.
Dennoch empfiehlt mir mein Onko eine allogene SZT, weil ich noch verhältnismäßig jung sei. Dadurch gäbe es sogar eine Heilungschance (?). Nun gut, die ist vermutlich ähnlich gering wie die Gefahr, dass die Sache schief geht. Direkter Handlungsbedarf ist aber nicht. Ich sehe das momentan 50:50. Ich werde mir auf alle Fälle eine kompetente Zweitmeinung einholen. Habt ihr da einen Tipp? Ich (NRW) reise dafür auch durch ganz Deutschland. Ich habe an Prof. Einsele oder Prof. Goldschmidt gedacht. Einsele gilt ja als Befürworter der allo. Mich würde generell interessieren, wie eure Erfahrungen mit einer allogenen SZT waren. Ich weiß, das ist sehr individuell, weil jeder Patient eine unterschiedliche Krankheitsgeschichte hat. Dennoch: Würdet ihr es wieder machen? Kennt ihr jemanden, der durch eine allo geheilt wurde oder ist das eher ein Mythos?
Die zweite Frage betrifft meine Chromosomenanalyse. Ich habe zwei Biopsien gemacht. Bei beiden kam heraus, dass eine Chromosomenanalyse nicht möglich ist. Problem scheint wohl eine zu geringe Proliferationsrate zu sein (nicht ausreichend zugeschicktes Material). Der KM-Infiltrationsgrad ist nicht sicher quantifizierbar und wird auf 20 Prozent geschätzt. Festgestellt wurden Trisomien 3, 9, 15, weswegen ich nicht als Hochrisikopatient firmiere. Dass die Chromosomenanalysen beide Male kein sicheres Ergebnis gebracht haben, verunsichert mich dennoch. Ein wirklich sicheres Ergebnis ist das meiner Meinung nach nicht. Sollte ich nämlich doch ein Hochrisikopatient sein, würde das sicherlich meine Entscheidung für oder gegen eine allo SZT beeinflussen. Ich dachte eigentlich, bei der zweiten Biopsie passiert das nicht noch einmal, aber vielleicht ist das bei mir auch eine individuelle Problematik, ausreichend Material zusammenzubekommen. Keine Ahnung. Hat einer von euch ähnliche Erfahrungen gemacht mit nicht oder nur teilweise erfolgreichen Chromosomenanalysen?
Sorry, dass ich zwei Anliegen habe, aber ich wollte nicht gleich zwei Threads aufmachen.
Danke. Ich freue mich über jedes Feedback.
SG
ganymed
„Don't forget to boogie“
Letzte Änderung: 01 Nov. 2018 15:37 von ganymed.