Hallo Britt,
ich habe da Erfahrung.
Bei mir ist es nämlich genauso. Alle Wirbel völlig kaputt von oben bis unten und BWK 6 gebrochen.
Eine Ärztin hat mir dazu Folgendes erklärt: Zementieren ist nur sinnvoll, wenn ein Wirbel aufgerichtet werden soll/kann. Mehr kommt dabei nämlich nicht heraus-Füllen so wie bei einem Zahn ( so hatte ich mir das vorgestellt ) geht nicht. Sehr kleine Löcher können sich durch die Behandlung bzw.durch den danach wieder möglichen Knochenaufbau füllen, aber größere nicht. Bei mir hat sich also nichts gefüllt,die Löcher waren zu groß.Es besteht sogar die Gefahr, dass der Zement irgendwo runtertropft und unwiederbringliche Schäden verursacht. Dann gibt es noch die Möglichkeit, frakturgefährdete Wirbel ( wie der Fachausdruck heißt, habe ich leider vergessen ) sozusagen mit Haken und Ösen zu stabilisieren - ich stelle mir das irgendwie wie häkeln vor... Das geht aber nur, wenn noch intakte Wirbel da sind, an denen dann was aufgehängt werden kann. Wenn da nichts ist, geht das nicht, so wie bei mir. In den ersten Monaten hatte ich auch Schmerzen, aber diese sind nach einigen Monaten von selbst wieder verschwunden-im Gegensatz zu den meisten Mitpatienten, die ich kenne. Denn insbesondere diese Aufhängungen oder sogar das Stabilisieren mit Nägeln verursacht häufig dauerhafte Beschwerden. Bei mir haben sich die Schmerzen von selbst gelegt, weil der Wirbel ins Gewebe eingesintert ist - das sieht auf den CT- oder Röntgenbildern wirklich grausig aus, der Wirbel hängt laienhaft gesagt daneben - aber tatsächlich bin ich jetzt schmerzfrei trotz Knochenschrott von oben bis unten und andere Leute mit nur ein paar "verhäkelten" Löchern haben ständig Schmerzen. Es ist einfach so, dass neben dem Knochenskelett ein starkes Muskelkorsett das A und O ist.
Es kann also sein, dass dein Mann mit Gerätetraining seine Schmerzen reduzieren kann oder diese, falls der Bruch nicht in den Spinalkanal eingesintert ist, von selbst wieder weg gehen.
Ich bin heute froh darüber, dass bei mir weder Kyphoplastie noch "häkeln" durchgeführt wurde und frage mich, ob das den Krankenhäusern nicht insgesamt mehr bringt als den Patienten.
Bestrahlung hilft gegen Schmerzen, stabilisiert aber keine Knochen. Da wird häufig abgewogen, Bestrahlung gegen medikamentöse Therapie oder ergänzend dazu. Mir fehlen diesbezüglich allerdings Erfahrungen, da ich nicht bestrahlt wurde.
Liebe Grüße
Nicole