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25 Jan. 2019 19:19
  • Favrad
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    01 August 2026
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Hallo Leute,
bin neu hier und lebe seit etwa einem Jahr mit der Diagnose SMM und Amyloidose. Jetzt haben sich meine Werte etwas verschlechtert und der Onko will mit Borte beginnen. Ich habe mich noch nicht dafür entschieden. Und alles, was ich in diesem Jahr an Infos zu big pharma und den wirklichen Ergebnissen dieser ganzen Behandlungen im Verhältnis zum Aufwand gefunden habe, widert mich an.
Und wenn ich hier lese, wie viele Therapien zum Teil erduldet wurden, dann auf den Rückfall warten und wieder von vorne. Nee, dann lebe ich lieber 1 Jahr mit einer guten Lebensqualität als 1 Jahr und 2,5 Monate mit einer absolut besch..... en.
Hier ist etwas, das gut in das Wirtschaftlichkeits-Thema passt:
www.mossreports.com/cancer-drug-ripoff/
L.G.
Favrad

25 Jan. 2019 16:37 - 25 Jan. 2019 16:40
  • PMF2SZT
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    01 August 2026
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Hallo,

ein ganz schwieriges Thema, das m.E. kaum zu lösen ist. Einerseits wird in D erwartet, dass alle Spitzenmedizin erhalten und damit die beste mögliche Therapie für alle Krankheiten. Andererseits soll es aber bezahlbar bleiben. Die Pharmaindustrie forscht nur, wenn sie damit Geld verdient, und Forschung wird immer teurer. Drückt man die Pharmaindustrie zu sehr im Preis, stellen sie einfach die Versorgung ein oder produzieren in Billigländern mit schlechter Qualität. Der Staat versucht, möglichst viele Teile des Gesundheitswesens zu privatisieren, um Kosten zu sparen. Dass dabei trotz allem ein für den Großteil der Patienten einigermaßen gut funktionierendes System heraus kommt, ist sehr erstaunlich. Leider werden dabei die Patienten mit nicht so häufigen und sehr teuer zu therapierenden Erkrankungen häufig nicht optimal behandelt.

Ich glaube, dass sich diese ganze Gemengelage aufgrund der Komplexität kaum lösen lässt, was aber nicht bedeutet, dass man so manche Teilprobleme nicht zum Besseren verändern könnte. Dazu gehört sicherlich, die Finanzierung des Gesundheitssystems endlich auf vernünftige Beine zu stellen. Richtig wäre m.E. als Erstes und Wichtigstes die Auflösung der bisherigen Strukturen: Abschaffung der 2-Klassen-Medizin, Beteiligung aller Einwohner an einem einheitlichen System. Reduzierung der Krankenkassen auf max. 10. Abschaffung oder zumindest drastische Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze. Verstaatlichung aller Gesundheitsdienstleister. Ich möchte hier noch betonen, dass ich kein Kommunist bin, aber auch ich bin der Meinung, dass Gesundheit absolut in Staatshand gehört.

Und ganz wichtig: Echte Beteiligung der Patientenvertreter an den Entscheidungen des GB-A (Stimmrecht). Niemand kann mir erklären, warum unsere Patientenvertreter nicht gleichberechtigt mit entscheiden dürfen. Ich habe den Eindruck, dass so mancher Patientenvertreter kompetenter als unsere Ministeriumsmitarbeiter sind. Und wann schaffen wir uns endlich die Lobbyisten vom Hals, die unseren Politikern solche für unsere Gesellschaft schädlichen Ideen verkaufen, wie die Privatisierung des Gesundheitswesens.

Es stellt sich außerdem die Frage, warum die teure Spitzenforschung nicht mehr an unseren Unis passiert, so wie früher. Mir scheint es keine gute Idee zu sein, hier immer zu sparen, und dann das Geld der Pharma in den Rachen zu werfen.

Leider sind offenbar einer großen Mehrheit diese Probleme völlig egal, weil sie immer das kleinste Übel an der Wahlurne wählen. Und so wird sich wohl niemals etwas ändern und man muss sich selbst intensiv kümmern, um die beste Therapie zu erhalten.

Noch ein paar Anmerkung zu den Unikliniken:
Es gibt Landesregierungen (Hessen), die sogar Unikliniken privatisieren: Das UKGM - Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, seit 2006 eine Unternehmung der RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft. Unglaublich, aber wahr.
Trotz alledem würde ich mich mit einer kompliziert zu behandelnden Erkrankung immer nur in einer Uniklinik behandeln lassen, um nicht Opfer von finanziellen Erwägungen zu werden. Meine betreuende Transplanteurin habe ich mal nach diesen Dingen befragt. Sie erklärte mir, dass in der Uniklinik jeder Patient die bestmögliche Therapie erhält, auch unabhängig von der Kassenart privat oder gesetzlich. Ich hoffe mal, das stimmt. Zumindest meine eigenen Erfahrungen nach einer PMF und 2 alloSZTs bestätigen das.
Letzte Änderung: 25 Jan. 2019 16:40 von PMF2SZT.

24 Jan. 2019 21:11
  • Emi
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    17 Dezember 2015
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Hallo,
anbei ein Beitrag zum Thema Celegene und Revlimid und wie das Unternehmen das Produkt "entwickelt" und den Preis angepasst hat. Haarsträubend. Leider auf Englisch.

www.statnews.com/2019/01/22/celgene-lega...EP4r137aMX7H3NRjuhL8


LG
Emi

We don't know how strong we are until being strong is the only choice we have.

14 Aug. 2018 23:17 - 14 Aug. 2018 23:25
  • Dorothee
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    01 August 2026
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- Richtig ist, dass Forschung teuer ist.
- Richtig ist auch, dass Forschung nur dann betrieben wird, wenn ein neuer Arzneistoff Aussicht auf Marktzulassung in den Industrieländern hat - und damit die Chance besteht, Geld mit der Vermarktung zu erwirtschaften. Damit dieses Geld sowohl an Aktionäre ausgeschüttet, als auch in neue Forschung investiert werden kann.
- Richtig ist, dass ein neuer Arzneistoff nur Chancen auf Marktzulassung in den Industrieländern hat, wenn Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit über Studien dokumentiert und nachgewiesen wurden. Ein langer und teurer Prozess

www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/...g-bis-zur-zulassung/

- Richtig ist, dass ein neuer, teurer Arzneistoff in Deutschland nur dann von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, wenn der G-BA einen Zusatznutzen (zu bereits existierenden Therapien) festgestellt hat.

www.g-ba.de/institution/themenschwerpunk...l/nutzenbewertung35a

- Richtig ist, dass teuer nicht unbedingt gut ist und umgekehrt.
- Richtig ist, dass Forschung teuer ist.
Dorothee
Letzte Änderung: 14 Aug. 2018 23:25 von Dorothee. Begründung: Link eingefügt

14 Aug. 2018 21:05
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Guter Beitrag, Nicole!

"Sometimes gifts come in strange packages"

"Wenn das Leben Dir Zitronen gibt - mach Limonade draus."

"Das Leben geht weiter - auch wenn es humpelt!"

14 Aug. 2018 20:44
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Hallo Jo,hallo Ma,
genau aus dem Grund, damit Revlimid bald in der Erstlinie zugelassen werden kann, macht man zur Zeit die HD6-Studie.
Es müssen erst Phase 3-Studien mit mehreren hundert Patienten - erfolgreich - durchgeführt werden, damit ein Medikament in die Leitlinie als Erstlinienmedikament Eingang findet.
Und das ist auch gut so,das dient unserer Sicherheit.
Und um "billig" -Jo -geht es dabei sicher nicht- ganz im Gegenteil, die Pharma-Industrie möchte verdienen. Und in Deutschland scheint das problemlos zu gehen, denn nur in Deutschland ( und zum Teil in USA) wird alles bezahlt, was möglich ist.Und ich habe eher die Befürchtung, dass hochwirksame Medikamente, die so gut wie nichts kosten, keinen Eingang in die Behandlung finden, weil es sich einfach nicht lohnt ( die Pharmaunternehmen sind schließlich nicht die Caritas, sondern gewinnorientiert ) - ich denke da an Nelfinavir,Methadon oder das Antibioltikum, von dem - habe den Namen gerade vergessen - in einem der letzten newsletter berichtet wurde. Revlimid ist das viele Geld gar nicht wert. Thalidomid - früher als Contergan billig rezeptfrei verkauft- war zu Beginn der Imid-Myelombehandlungsära kostenfrei gegen Unterschrift zu bekommen. Nachdem es als Medikament gegen das Myelom zugelassen worden war, kostete es schon 500 € monatlich. Contergan für 500 €, was für ein Hohn...
Dann kamen findige Pharma-Unternehmer auf die Idee, das Thalidomid ganz geringfügig chemisch zu verändern-und siehe da, jetzt war das kein "altes" Medikament mehr, sondern ein brandneues - und dafür kann man in Deutschland fast jeden Preis verlangen. In Brasilien z.B. ist Revlimid für wesentlich weniger Geld zu erhalten als bei uns, in USA kostet eine eine 10mg Tablette aber 470$, also noch wesentlich mehr als bei uns. Ich habe eine Mitteilung gelesen, dass Celgene 2015 60% seines Umsatzes mit Revlimid gemacht hat...In Spanien würde Revlimid nicht regelmäßig angewendet wegen der hohen Kosten - hat Prof.Goldschmidt vor zwei Jahren mal in einem Vortrag erklärt - und dort käme man in der Behandlung des Myeloms auch gut voran, so Prof.Goldschmidt.
Nein, ich bin sicher, dass Cyclophosphamid sobald wie möglich gegen was Teureres ausgetauscht wird...Immer dann, wenn eine Preisbindung ausläuft ( z.B. bei Bortezomib ), kommt schnell was angeblich Besseres und Neueres auf den Markt und löst das alte, preisgünstigere ab...
Nein, ich bin der Meinung, dass das mit der Wirtschaftlichkeit gerade bei Krebsmedikamenten ( bei anderen Medis nicht ) eher anders herum läuft. Nicht vor allem billig, sondern eher vor allem teuer. Die Kassen zahlen alles ohne wenn und aber. Solange das Revlimid Studienmedikament in der HD6-Studie war, zahlte es Celgene. Nachdem es aber in der Erhaltung zugelassen wurde, zahlte meine Krankenkasse. Wie lustig, ein Studienmedikament zu Lasten meiner Krankenkasse...
Aber so ist das in Deutschland-hier gilt teuer gleich gut. Und das muss nicht stimmen.
Liebe Grüße
Nicole