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15 Nov. 2018 16:19
  • Dorothee
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    02 August 2026
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jaaa, mal wieder vielen Dank für den Artikel und die super Aufbereitung desselben. (Daumen hoch)
Die autologe SZT wurde ja schon hier und auch im Netz kontrovers diskutiert - u.a. mit dem Hinweis, dass es "Goldstandard" in Dland ist, weil eben die Möglichkeiten da sind und auch die Auslastung gebraucht wird (das war u.a. die negative Sicht der aSZT).
Wirklich schwierig zu entscheiden - und ich als Nicht-Betroffene kann da schlecht einen für die Entscheidungsfindung zuverlässigen Kommentar abgeben.
Ich denke, dass die Entscheidung dafür oder dagegen in beiden Fällen sowohl mutig als auch individuell ist. Diese Aussage hilft Dir nix - aber das Daumendrücken für die für dich richtige Entscheidung vielleicht schon.
LG Dorothee

15 Nov. 2018 16:14
  • gex
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    15 Juni 2016
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Hi Nicole,
ja, Dana Faber spricht ja auch von Einzelfalldiskussion, ob sofortige aSCT oder später bzw. nicht. Auf jeden Fall kommen sie vom Gießkannenprinzip ab.
Wenn ich Hochrisiko wäre wie Du oder Ramona es war, würde ich unfraglich die aSCT durchziehen. Bin aber Standard t(11;14) "Kuschelmyelom" - bis jetzt jedenfalls.
Ramonas Fall hat mich schon sehr aufgerüttelt - allerdings bekam sie auch "nur" VCD zur Induktion, wo die Datenlage noch nicht ganz so eindeutig scheint wie bei VRD/KRD, und als Erhaltung(sversuch) nur Ixa oder Placebo (nicht Rev). Insgesamt ein sehr weiches Herangehen.
Ich denke schon auch, dass es noch gültig ist, dass man Hochrisiko-MM intensiver und härter angehen sollte.

In Deutschland hinken wir ja auch noch den Zulassungen und Möglichkeiten im Vergleich zu den USA hinterher und Institute wie Dana Faber haben sicher auch Möglichkeiten, die bei uns ungeahnt sind. Frage ist auch, ob mein Doc einen Ansatz wie bei Dana Faber durchziehen darf, kann, will.... und ob man überhaupt in D so jemanden findet.
Der Konsens bei Goldschmidt, Einsele und allen anderen in der GMMG ist ja definitiv noch grundsätzlich 1 oder sogar 2 aSCTs, siehe aktuelle Leitlinien.
Mal sehen... LG Gex

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR

15 Nov. 2018 15:09
  • Tetti1958
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    27 Dezember 2015
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Vielen Dank Gex für eine, wiederum, super Erklärung der Artikel! Ich wünsche dir viel Glück bei der Entscheidungsfindung!!

Herzlichen Gruß, Kirsten

Et häät noch immer joot jejangen

15 Nov. 2018 15:09
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    06 Februar 2016
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Hallo Gex,
es ist ja inzwischen belegt, dass eine frühe ASZT ( also direkt nach der Induktion ) gegenüber einer späteren statistisch gesehen keinen Vorteil bringt.
Das Problem, was ich dabei sehe ist allerdings, dass eine frühe ASZT nach der Induktion Sinn macht - dann ist man das Damokles-Schwert erst mal los und hat nach der ganzen harten Behandlung erst einmal Ruhe.
Ich hätte mich jedenfalls nicht besser gefühlt, wenn ich nach der Stammzellenapharese ( Haare waren da ja auch schon weg ) ausgerechnet auf das I-Tüpfelchen verzichtet hätte.
Und noch etwas: Man muss auf jeden Fall individuell abwägen, sonst geht es dir wie Ramona. Sie hatte die ASZT aus Angst abgelehnt bei genetischer Höchstrisikokonstellation ( wobei ich den Eindruck hatte, dass ihr das nicht so klar war...) und es ist dann gar nicht mehr dazu gekommen, da das Myelom so aggressiv war, dass eine ASZT - obwohl noch geplant - nicht mehr durchgeführt werden konnte.
Bei einem gutmütigen Myelom mag es auch ohne sofortige ASZT gehen, aber dazu müsstest du z.B. mit einer GEP dein persönliches Risiko kennen.
Bei den meisten von uns wurde jedoch nicht mehr als eine FISH-Untersuchung durchgeführt und die ist zu wenig aussagekräftig.
Liebe Grüße
Nicole

15 Nov. 2018 13:26
  • gex
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Die "aSCT-ist-1.Wahl" Front bröckelt zusehends...
Das Dana Faber Cancer Institute (sicher neben der Mayo Clinic DAS Schwergewicht unter den Krebs-/Myelom-Instituten) an der Harvard Universität unter Paul Richardson hat in "Blood" das Thema diskutiert und seine neueste Behandlungsstrategie erläutert.
www.bloodjournal.org/content/132/11/1114
(Der Artikel heißt übersetzt: "Wie ich den jungen Patienten mit MM behandele", wobei sie mit "jung" alle unter 65 meinen.)
Die wesentlichen Aussagen sind, dass mit Einführung von 3-fach Induktionstherapien, vor allem wenn ein PI plus IMID zur Anwendung kommt (VRD, KRD, Ixa+RD), aber auch schon bei CyBorD=VCD, die Studienlage nun zeigt, dass eine sofort anschließende aSCT keinen Überlebensvorteil mehr bringt.
Sie praktizieren es nun so, dass
1. eine 3-fach Kombi, bevorzugt KRD oder VRD, zur Induktion gemacht wird. Danach erfolgt
2. Stammzellensammlung. Eine HD/aSCT wird aber nicht automatisch angeschlossen, sondern im Einzelfall diskutiert. Eine generelle Empfehlung zur sofortigen HD/aSCT sei u.a. wegen der höheren Toxizität nicht mehr zu rechtfertigen und eher nur in Studien zu empfehlen. Ein Verschieben der aSCT auf ggf. später wird als gangbar erachtet. Stattdessen schließt sich an die Stammzellensammlung
3. eine Erhaltungstherapie mit Revlimid (ggf. noch mit einem PI) bis zum Progress an.
Damit nähert sich das Dana Faber Institut nun dem vielleicht prominentesten aSCT-Kritiker unter den MM-Spezialisten, James Berenson, an, der schon lange keine aSCT mehr empfiehlt und ihren Nutzen in Frage stellt.
Dr. Berenson sagt schon länger, dass inzwischen so gute neue Medikamente verfügbar sind, die man individuell und spezifisch einsetzen kann. Er verweist immer wieder darauf, dass die meist verwendeten Kriterien "Remissionstiefe" und "Progressionsfreiheit" zwar nett aber trügerisch seien, jedoch keinen Einfluß auf das Gesamt-Überleben hätten und mit aSCT unter starken Nebenwirkungen erkauft würden.
Hier ein Link, wo Dr. Berenson und der aSCT Befürworter Dr. Giralt ihre gegensätzlichen Standpunkte darlegen:
www.berensononcology.com/papers/to-trans...in-multiple-myeloma/

Interessant ist, dass das Myelomzentrum von Dr. Berenson in West Hollywood extrem gute Überlebensraten zeigen kann. Laut folgender Website fast 90% Überlebensrate 5 Jahre nach Diagnose (50% ist derzeit der US Durchschnitt).
www.myelomasurvival.com/index.html

Ich selber weiß immer noch nicht, was ich demnächst mache... aSCT oder nicht... Studie oder nicht...
In D sind VRD und KRD ja eigentlich noch nicht in Erstlinie zugelassen (aber vermutlich durchsetzbar?)
Gespräch ist nächsten Mittwoch...

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR

18 Juni 2018 21:15
  • christine
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    02 August 2026
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Das stimmt, wir hängen immer hinterher. Genauso wie ich Anfang 2014, als R als Erhaltung noch sehr sehr kritisch gesehen wurde. Ich habe damals zwar sehr spät ( HD war ja 2012) aber immerhin seither „erhalten“ und das ist ja im Nachhinein richtig gewesen!

Gruss C