Hallo!
Da auch mich die Frage ja schon oft bewegt hat und ich hier in den Jahren schon einiges dazu geschrieben und gefragt habe, wie die "älteren" Forumsteilnehmer wissen, möchte ich mich dazu nochmal zu Wort melden:
Vor meiner zweiten Stammzelltransplantation 2017 habe ich versucht erneut Stammzellen zu sammeln. Die Induktion mit VCD hatte 2014 leider nicht so gut gewirkt, wie 2017 mit KRD. Somit erhoffte ich mir, dass nun Stammzellen mit weniger verbleibenden Myelomzellen vielleicht für eine längere Remission sorgen könnten. Leider war es nicht möglich, genügend Stammzellen für die Transplantation zu sammeln. Das heißt, es waren zwar genug Zellen vorhanden, aber das Volumen des Tranplantats wäre zu groß gewesen, da über drei Tage gesammelt wurde. Damit wäre ein zu hohes Risiko für die Tarnsplantation entstanden.
Auf meine besorgte Frage, ob man es nicht doch mit dem neuen Präparat versuchen solle, bekam ich im Herbst in Würzburg von einer Professorin folgende Antwort: es sei in früheren Versuchen über Zellmarkierung getestet worden, ob die, in den, für die Transplantation entnommenen blutbildenden Stammzellen, noch vorhandenen Myelomzellen später in dem infundierten Transplantat eine Rolle spielen.
Es habe sich gezeigt, das das Rezidiv in den meisten Fällen durch neue Mutationen entstanden sei. Somit sei es irrelevant, ob noch Myelomzellen im Transplantat enthalten sind.
Leider habe ich damals versäumt nach der genauen Studie zu fragen.
Andererseits hat mir mein behandelnder Arzt schon vor Jahren erklärt, dass man in den 1990er Jahren versucht hat, die Transplantate auszureinigen. Davon ist ja auch in dem von Lisa verlinkten Bericht die Rede (Puging). Man hat aber festgestellt, dass durch die "Ausreinigung" viele gefährliche Infektionen entstanden sind. Das Gesamtüberleben hat sich nicht verlängert. Deswegen wird das heute nicht mehr gemacht. Wie mein Arzt mir sagte, vermutet man heute, dass durch die "Ausreinigung" leider auch wichtige T-Zellen mit vernichtet wurden. Dies kann zu den schlechten Ergebnissen geführt haben.
Wie auch immer, es hilft uns heute nicht weiter. Und immer noch wird die autologe Stammzelltransplantation als Behandlung der Wahl bei entsprechend fitten Patienten angesehen und empfohlen. Vielleicht ist das in einigen Jahren anders, aber wir sind ja im hier und jetzt.
Wortlaut und Beschreibung der Ärzte war sicher etwas anders, aber ich hoffe, ich habe es mit meinen eigenen Worten und aus der Erinnerung heraus so richtig und verständlich wieder gegeben.
Allen einen guten Weg mit der Behandlung, welcher auch immer.
Liebe Grüße
Ma