Jo schrieb: Gutem Morgen lieber Klaus,
Fakten: Aus dem deutschen Ärzteblatt geht hervor, dass aktuelle Studien gezeigt haben, dass bei mehr als der Hälfte der Patienten mit therapie-refraktärem B-Zell-Lymphomen eine komplette Remission erreicht wird.
So revolutionär diese Therapie gefeiert wird, so das Ärzteblatt weiter, ist diese Therapie jedoch noch mit hohen Risiken verbunden und nicht für jeden Patienten geeignet. Das Risiko bei dieser Therapie zu versterben liegt immerhin bei 50 %. Erklärung: Wenn wir krank werden (z.B. durch eine Infektion), reagiert unser Immunsystem nach und nach auf die Bedrohung. Die Zytokinausschüttung erzeugt im Körper ein Ansteigen der Körpertemperatur und damit eine weitere Ankurbelung unseres Immunsystems. Bei der Cart-T-Zellen-Therapie greifen die genetsich modifizierten T-Zellen schlagartig gezielt B-Zellen am CD 19 Epitop der Krebszelle an. Das sorgt durch den sogenannten "Zytokinsturm" für hohes Fieber, Hypoxie, Hypotonie und häufig Koma. Fast die Hälfte aller Patienten verstirbt daran. Man arbeitet fleißig daran, diesen Zytokinsturm zu steuern.
Die Car-T-Zellen-Therapie ist daher derzeit Zeit noch auf wenige Patienten beschränkt, die dieses hohe Risiko eingehen müssen, um eine Überlebenschance zu haben. Dazu gehören sicher die wenigsten von uns.
Ein weiteres Problem bei der Cart-T-Zelltherapie ist die Festlegung auf nur einen Marker (CD19) auf der Oberfläche der Myelomzelle. Die genetisch veränderten T-Zellen sind also nur auf diesen Marker programmiert.
So muß man in Voruntersuchungen (in vitro- außerhalb des Patienten) erst einmal prüfen, ob dieser Marker bei jedem Paitenten ausreichend erkennbar und häufiger als bei gesunden Zellen vorkommt. Das ist aber möglich.
Inzwischen kennt man zahlreiche andere Oberflächenantigene unserer Tumore, die sehr patientenspezifisch vorhanden und mit Hilfe unserer T-Zellen angesprochen werden können. Inzwischen ist auch bekannt, dass der T-Zellrezeptor CD8+, der die Antigene der Tumorzelle erkennen soll, erst durch eine Helferzelle mit CD4+ -Rezeptorregulator stimuliert werden muß.
In Anbetracht der Tatsache, dass hier vieles gerade im Umbruch ist, sollte man den neuen Therapien offen gegenüberstehen. Wenn es nur um bürokratische Hürden geht, würde ich darum kämpfen, wenn ich dabei mein Immunsystem im Boot lassen könnte. Einige Therapien sind ja schon klinisch, aber z.B. nicht für die Erstlinientherapie.
Fazit: Es soll hier niemand pauschal für die eine oder andere Therapie umgestimmt werden. Es bleibt eine vollkommen individuelle Strategie. Es geht in erster Linie darum, alle Therapieoptionen optimal zu nutzen.
Dazu gehört sicher auch bisher noch die HD-Chemo, das ist unstrittig; aber soviel ist klar, eine unspezifische HD-Chemo wird in den kommenden Jahren einer auf den Patienten abgestimmten Immuntherapie weichen.
Lg Jo
www.hematology.org/Thehematologist/Diffusion/8447.aspx
Hallo Jo,
bei den derzeit in Studien stehenden Car T Cell gegen Myeloma ist BCMA als Hauptziel. Es stirbt auch nicht mehr als die Hälfte der Patienten, völliger Unsinn, wo hast du denn das gelesen??? Die Information die dir vorliegt, ist entweder alt oder ist gegen eine andere Blutkrebsform.
Ich würde dich wirklich bitten, bei deinen Ausführungen die Quellen anzugeben, das macht es so viel einfacher, "mitzuhängen". Ist ja nicht wirklich umständlich, oder?
Aber zum Hauptanliegen;.......es ist vielleicht tatsächlich möglich, dass man in mehr oder weniger kurzer Zeit (1-2 Jahre?) auch Patienten mit relativ kurzer Vorbehandlung oder ganz neue Diagnostizierte in diese Studien kommen.
Es ist nicht unmöglich, dass die dann wesentlich länger krankheitsfrei bleiben, oder noch besser, als geheilt gelten können.