Guten Morgen,
so ich habe meine Entscheidungsfindung Erhaltung ja/nein erstmal abgeschlossen.
Zusammen mit meinem Hämatologen bin ich Anfang der Woche meinen bisherigen Krankheits- und Therapieverlauf noch einmal durchgegangen.
- Erstdiagnose Nov-Dez 2016: solitäres Plasmozytom in der Schulter, Serum und Urinwerte zeigen MGUS, Knochenstanze ~ 5% Infiltration, FISH zeigt keine genetischen Risikofaktoren.
- 01/2017: Im CT wurde eine 2. kleine Läsion im Becken festgestellt und als Osteolyse bewertet. Daraufhin die Empfehlung gleich eine systemische Therapie mit SZT zu machen, anstatt nur lokal die Schulter zu bestrahlen. Weil grenzwertig Zweitmeinung gewünscht, Heidelberg hatte bestätigt.
- Start Induktion im März mit VCD. Nach 3 Zyklen nur schlechtes Ansprechen (Werte stabil aber nicht sinkend). Schemawechsel auf RD lies meine Werte purzeln (ebenfalls 3 Zyklen)
- Nach der Mobiliserungungschemo vor Aparese bereits VGPR (Serumswerte im Normbereich bei schwach positiver Imunfixation).
- Nach Hochdosis+SZT serolog. CR
- Aktuelles MRT Schulter: Der Radiologe spricht von ausgeprägter Befundbesserung. Mein Hämatologe sagt, von dem eigentlichen Tumor sei nichts mehr zu erkennen. Was auf den Bildern noch zu sehen ist, wäre ein Ödem das sich aufgrund der Behandlung gebildet hätte. Es würde sich mit der Zeit auch wieder zurückbilden. Sollten noch aktive Tumorzellen vorhanden sein, müsste sich das in den Serumswerten zeigen. Sicherheitshalber soll ich in 3-4 Monaten ein weiters Kontroll-MRT machen lassen.
- Aktuelles Blutbild mit Elektrophorese: keinerlei Anzeichen einer Tumoraktivität, weiterhin CR
Aufgrund der Befunde und des Therapieverlaufs schlussfolgerte mein Doc: eine sehr tiefe Remission und entsprechend lange Remissionsdauer wären auch ohne Erhaltung wahrscheinlich.
Mit einer Erhaltung könnte ich die Remissionszeit ggf. noch verlängern, müsse aber mit den Nebenwirkungen leben.
Er empfehle weiterhin abzuwarten und bei Bedarf schnell + zeitnah reagieren.
Explizit danach gefragt sieht er die Vorgehensweise, Start einer Revlimid Erhaltung beim ersten Anzeichen eines Rezitiefs, als mögliche Option ... „aber das entscheiden wir wenn es soweit ist ...“
Er schloss mit dem Satz, Ich wäre der Boss und müsse letztendlich entscheiden.
Was mach ich jetzt damit???
Erstmal bin ich froh und lustig

Wehrmutstropfen ist die erwiesene Untauglichkeit von Bortezomib bei mir, die ich als sehr einschränkend für die kommenden Rezitief-Behandlungen erachte. Von daher ist die Alternative „Revlimind für den Fall das es tatsächlich gebraucht wird erstmal aufzusparen“ auch nicht so abwegig. Ich denke da auch an die guten Ergebnisse der Dreier-Schemata mit Daratumumab oder Carfilzomib beim 1 Rezitief (Pollux und Aspire Studie).
Eine eindeutige klare Empfehlung Pro und Contra Erhaltung scheint es indes nicht zu geben.
Meine Frau Chefin meint sie vertraue meinem Doc und ich solle jetzt langsam aufhören das Haar in der Suppe zu suchen.
Ergo schließe ich mich an und sehe was kommt.