cali_Jo schrieb:
Meine Frage an euch:
a) erlauben deutsche Krankenkasse langjaehrige Erhaltungstherapien mit Revlamid?
b) kann man in Deutschland MRD Tests machen, um den ansteigenden Krebs moeglichst frueh wieder zu fassen?
c) wie schwer ist es fuer rueckfaellige MM Patienten an neuartige Behandlungen zu kommen (z.B. Dara)? Was sind gute Zentren in Deutschland, wo man an solchen Studien teilnehmen kann?
d) gibt es unter euch junge MM Patienten, mit denen ich ueber Therapien sprechen kann, als auch generelle Herausforderungen von jungen Krebspatienten (Vaterschaft etc)
Besten Dank und warme Wuensche an alle aus Kalifornien,
Jo
Lieber Jo,
Willkommen in unserem Forum. Gerne will ich noch einmal auf Deine Fragen detailliert eingehen.
Zu a) ja, Revlimid ist in Deutschland als bisher einziger Wirkstoff für die Erhaltungstherapie zugelassen
Zu b) die MRD-Tests erfolgen zur Zeit nur im Rahmen von Studien, noch nicht als Standard für alle
Zu c) Dara wird derzeit immer häufiger in Deutschland in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt. Auch Studien mit CAR T-Zellen wird es sicher noch in 2018 geben. Würzburg forscht daran, ob auch schon in Heidelberg, weiß ich im Augenblick nicht. Es gibt im übrigen jede Menge Austausch zwischen deutschen und US-amerikanischen Myelomzentren. In Würzburg wird darüber hinaus an Hemibodies geforscht, die das Myelom von zwei Seiten her angreifen wird. Alles in allem, es ist auch in Deutschland viel in Erforschung (und insofern kann ich Christines Posting nicht ganz verstehen.)
Was bei einer eventuellen Rückkehr mit Deiner Krankenversicherung sein wird, kann ich nicht beurteilen. Bei einem Wechsel der Krankenversicherung wird es sicher nicht ganz einfach. Das wäre eine wichtige Sache, die Du vorab klären solltest. Andererseits gab und gibt es in den USA eine Debatte auch unter Ärzten, die sich wegen der steigenden Medikamentkosten große Sorgen um die Bezahlbarkeit von neuen Wirkstoffen u.a. der CAR T-Zellen machen, zuletzt auf dem ASH-Kongress 2016.
Zu d) viele unserer Forenmitglieder sind zwischen 40 und 60, einige wie etwa Diddlmaus und andere auch jünger. Wenn Du Dir im Verlauf Deiner Forumsbeteiligung einige Profile ansiehst, wirst Du auf einige stoßen.
Alles in allem: Aus meiner Sicht, könntest Du aus Behandlungsgründen durchaus nach Deutschland zurückkehren, ob es mit dem Krankenversicherungsschutz möglich und bezahlbar ist, müsstest zu klären. Versicherungswechsel mit Vorerkrankungen sind auch in Deutschland nicht ohne Probleme, evtl. mit einem MM nicht möglich.
Grüße San Francisco von mir, eine wunderbare Stadt.
Lisa