Hallo Ela,
ich habe noch keine allogene selbst mitgemacht, aber durch mein mittlerweile über 10 jähriges Studium des MM habe ich doch schon einen sehr guten Überblick und ein gutes Verständnis für die Zusammenhänge.
(Wenn auch nur in "theroretischer" Art - auf die praktischen Erfahrungen zur Vertiefung meines Wissens will ich gerne noch so lange wie es geht verzichten).
Jetzt zur GvH:
Bei der allogenen Transplantation hofft man auf einen Graft versus Myelom (GvM) Effekt, ein GvH gegen die eigenen gesunden Organe wie Haut, Leber, Nieren, Magen usw. ist dabei gänzlich unerwünscht.
Die mit dem Transplantat des Fremdspenders gegebenen "neuen" Lymphozyten und die daraus dann produzierten neuen Immunglobuline sollen die restlichen Myelom-Krebszellen aufspüren (erkennen) und dann möglichst abtöten.
Das gelingt nicht immer zufriedenstellend, wenn der Graft versus Myelom Effekt sich nicht genügend einstellt.
Die Mittel die man zur Immunsuprimierung gegen den Craft versus Host (GvH) Effekt verabreicht dämpfen ja auch das neue Fremdspender Immunsystem, das sich gerade als "neu wachsendes Plänzchen" möglichst schnell anwachsend breitmachen soll um die restlichen Myelomzellen zu bekämpfen.
Dieser Immunsupriemierende Effekt gegen das unerwünschte GvH ist also Kontraproduktiv gegen das gewünschte GvM(yeloma).
Man muß hier leider, wenn der eigene gesunde Teil des Körpers durch das Transplantat angegriffen wird auch das Myelom bekämpfende Potential mit abdämpfen.
Ein Mittelweg muß gefunden werden zwischen Lebensqualität für den allogen Transplantierten und möglichst langer Remission bzw. Heilungspotential der transplantierten Fremdspender-Abwehr.
Kurz zusammengefaßt:
Die unerwünschte GvH darf (sollte) nicht zu stark und zu lange durch Immunsuprimierung ausgeschaltet werden, weil man damit ja auch den erwünschten GvM Effekt gegen die Myelomzellen nahezu ausschaltet.
Lg
Rudi
Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.
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