… ein Schelm ist, wer schlechtes denkt.
Wieder einmal gerät Melphalan in die Presse. Dieses Mal in Österreich, wo ein Hersteller eine noch nicht zugelassene Version von Melphalan auf den Markt bzw. in die Krankenhäuser gebracht hat. Es wird sich noch herausstellen, ob dieses "Melphalan Koanaa 50 mg i.v." dem zugelassenen Medikamentstandard (Alkeran®) entspricht oder ob "nur" die Verpackung im Vorgriff auf eine Zulassung für den österreichischen Markt entsprechend gefasst wurde.
m.kurier.at/wissen/faelschungverdacht-be...terreich/280.871.031
Für unsere Neuen: Melphalan wird u.a. bei der Hochdosistherapie mit nachfolgender Stammzelltransplantation eingesetzt und es gibt– soweit ich weiß – derzeit noch keinen alternativen Ersatzwirkstoff. Es ist also für viele von uns ein wichtiges Medikament.
Bisher hat sich die Firma Aspen in verschiedenen europäischen Ländern einen unrühmlichen Namen gemacht. In Deutschland z.B. hatte sie versucht, durch Verknappung letztendlich die Preise zu steigern (vgl. unsere Forumdiskussionen in 2015/2016). Derzeit ermittelt die EU-Kommission gegen Aspen wegen Preistreiberei.
www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/a...-wegen-wucherpreisen
Nun scheinen wohl andere Hersteller ebenfalls unlautere Praktiken zu verfolgen. Zur Velcade-Verpackungsfälschung hat ja vor kurzem Handanger im Forum gepostet.
Gleichzeitig: Es wäre jetzt fatal, unisono auf Pharmaunternehmen zu schimpfen. Wir brauchen die Pharmas, ohne die hätten wir die Fortschritte in der MM-Therapie in den letzten Jahren nicht gehabt. Aber natürlich wie überall, es gibt eben auch schwarze Schafe in einer Herde.
Lisa