Hallo zusammen,
ich bekomme seit 01.06. Revlimid 10mg als Erhaltungstherapie nach meiner 2. autologen SZT. Meine Onkologen haben mir kein Aciclovir verordnet.
Es gibt zwar einige wenige Fälle, bei denen es zu einer Reaktivierung von Herpesviren gekommen ist, (siehe
www.hpra.ie/docs/default-source/default-...08c97d0.pdf?sfvrsn=0
) aber dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass man Aciclovir prophylaktisch einnehmen sollte. Dies ist m.W. unter Onkologen durchaus umstritten, insbesondere die Höhe der Dosierung. Ich habe z.B. während der Indukionschemo 400mg/Tag bekommen, kenne aber auch Fälle aus einer anderen Klinik, die 1.200mg/Tag bekommen haben.
Ich persönlich vertrete die Auffassung, den Körper nicht unnötig mit Medikamenten vollzupumpen. Ich habe ca. 2 Monate nach der SZT sämtliche prophylaktischen Antibiotika und Aciclovir abgesetzt und bislang keine Probleme mit irgendwelchen Infekten gehabt (toi, toi, toi). Seit Beginn meiner Rezidivtherapie im November 2017 hatte ich lediglich einmal eine leichte Nebenhöhlenentzündung, die nach ca.3 Wochen mehr oder weniger von alleine abgeheilt ist. Ich handhabe es so, dass ich grundsätzlich ein entsprechendes Antibiotikum und Aciclovir verfügbar habe und bei den geringsten Anzeichen eines Infekts einen Arzt aufsuche, um diesen Infekt dann gezielt behandeln zu lassen. Aber wie gesagt, vielleicht habe ich mit meinem Immunsystem besonderes Glück, nur möchte ich die rein prophylaktische Einnahme von Medikamenten vermeiden.
Laut Nebenwirkungsprofil von Revlimid und Aciclovir können bei beiden Medikamenten Juckreiz auftreten. Ich hatte ca. 5 Tage nach Beginn der Erhaltungstherapie mit Revlimid 10mg einen Juckreiz auf der Kopfhaut. Ich habe dann einmalig eine Tablette Tavegil (ein leichtes Antihistaminikum) eingenommen und der Juckreiz war wenige Stunden später verschwunden und ist bislang nicht mehr aufgetreten. Solche allergischen Reaktionen sind bei Revlimid wohl durchaus bekannt und treten in der Regel nur kurz am Anfang der Therapie auf.
Liebe Grüße
Klaus