Dies ist eine Antwort zu diesem Thema, verfasst von "Toni" am 28. Juni 2009 um 00:40 Uhr. Die Antwort bezieht sich auf den Beitrag von "Margret Winkler" geschrieben am 25. Juni 2009 um 08:56 Uhr.
Liebe Margret.
Ich habe seit 1998 die Diagnose MM und schon verschiedenste Behandlungen hinter mir. (Chemotherapie, autologe Transplantation, Interferon, Velcade, Strahlentherapie ...)
Die Krankheit MM ist sehr individuell und genauso sollte die Behandlung sein.
Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass eine Therapie mit z.B. Velcade bei vielen Patienten gute Erfolge gebracht hat, bei mir hat sich außer Nebenwirkungen nicht viel getan und daher wurde die Behandlung abgebrochen.
Interferon habe ich nach 3 Monaten abgesetzt, weil die Nebenwirkungen immer massiver wurden und außerdem kein Behandlungserfolg absehbar war.
Und nun konkret zu deiner Frage.
Nach der erfolglosen Velcade Behandlung habe ich vor über 2 Jahren mit Revlimid und Dexa in der üblichen Dosierung begonnen und die Werte sind sofort gefallen. So gute Blutwerte hatte ich seit Diagnosestellung überhaupt noch nie.
Allerdings hatte ich genauso wie dein Mann starke Nebenwirkungen vom Dexa. Es wurde daher zuerst die Dosis reduziert, dann die Pause zwischen den einzelnen Zyklen verlängert.
Eine wirkliche Erleichterung brachte mir aber erst der Umstieg auf Prednisolon "Nycomed" (am Tag 1., 8., 14 jeweils 50mg) statt Dexamethason bei gleichbleibendem Behandlungserfolg. Beim jetzigen Zyklus wurde die Dosis auf 25mg reduziert.
Meine Devise ist bei allen Medikamenten so viel als nötig, aber so wenig wie möglich.
Sollte sich bei der Blutuntersuchung herausstellen, dass sich die Werte verschlechtert haben, würde die Dosis wieder erhöht oder die Pausen verkürzt werden.
Zum Schluss möchte ich dir noch dringend davon abraten das Dexa einfach wegzulassen bzw. eine Behandlung auf eigene Faust zu starten. Alle Entscheidungen sollten im Team Arzt-Patient getroffen werden. Der Arzt kennt alle Behandlungsmöglichkeiten und hat auch die Verantwortung, der Patient spürt die Wirkung und Nebenwirkungen einer Behandlung und muss damit leben. Beide haben aber das gleiche Ziel = Gesundheit.
Vielleicht konnte ich dir damit eine kleine Hilfestellung geben. Ich wünsche euch jedenfalls alles Gute und viel Erfolg bei der Behandlung der Krankheit.
Toni