Liebe Forumsteilnehmer/-innen,
eine Frage treibt mich seit Tagen um: eine angemessene Patientenaufklärung sollte Teil einer Behandlung sein. Hier gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Bedürfnisse der Patienten. Manch einer will "gar nicht wissen, was da erfolgt" und andere haben vielleicht ein sehr großes Informationsbedürfnis. Das muss jeder für sich entscheiden. Ich gehöre zu den Patienten, die davon profitieren, möglichst viel zu verstehen und auch vor unangenehmen Informationen nicht zurückschrecken. Im Gegenteil, ich gerate eher unter starken Stress, wenn vorhersehbare "Überraschungen" auftauchen und man mich nicht darüber informiert hat. Zudem denke ich, habe ich auch das Recht auf die vielbeschriebene "informierte Zustimmung".
Nun mache ich derzeit oft die Erfahrung, dass am Patientenbett überwiegend geschwiegen wird. Ich habe mehrfach deutlich gemacht, dass mir Informationen fehlen (wie lange dauert die Behandlung voraussichtlich, wie läuft sie in der praktischen Umsetzung ab, welche Medikamente kommen zum Einsatz, welche erwünschten und unerwünschten Wirkungen können eintreten???). Dann stoße ich auf Ablenkmanöver, Verweise auf Kollegen, Zeitmangel. Meine Bitte, mir einfach meinen Therapieplan auszuhändigen, wurde abgewiesen. Dies sei nicht möglich. Mir wurde ein Gesprächstermin zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt angeboten, der mit 700 km Autobahn und einer Hotelübernachtung einhergehen würde (nachdem ich gerade 14 Tage im Haus war), die für mich derzeit einfach zu belastend sind. Bei mir ist der Eindruck entstanden, dass man nicht wirklich mit offenen Karten spielt und das rüttelt ein wenig an der Vertrauensbasis, die mir so wichtig ist.
Mich interessiert, ob das jetzt einfach nur Zufall/Einbildung ist oder der Überlastung des medizinischen Systems geschuldet ist - oder ob es anderen Patienten auch so geht. Redet man nicht über Krebs, Nebenwirkungen und Spätfolgen?